Es war ein ungewohntes Bild, das die Angehörigen der Stabsgruppe des Vereinte Nationen Ausbildungszentrums der Bundeswehr am Donnerstag boten. An diesem Tag trugen sie für die Teilnahme am so genannten "Le-benskundlichen Unterricht" statt Uniform zivile Kleidung. Bei dieser Weiterbildung befassen sich die Soldatinnen und Soldaten und die zivilen Mitarbeiter mit unterschiedlichsten interkulturellen Themen.

Anlässlich des Jubiläumsjahres "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" hatte sich die Stabsgruppe dazu entschieden, dies in Form eines Besuchs des Förderkreises der ehemaligen Synagoge Laudenbach e.V. zu gestalten. Als sichtbares Zeichen der aktiven Patenschaft zwischen der Stadt Karlstadt und des Vereinte Nationen Ausbildungszentrums der Bundeswehr ließ es sich Bürgermeister Michael Hombach nicht nehmen, die Veranstaltung persönlich mit einem Grußwort zu eröffnen. Mit angereist war auch der evangelische Militärpfarrer der Saaleck-Kaserne, Rüdiger Bernhardt. Als zentraler Veranstaltungsort wurde der Bürgersaal des ehemaligen Rathauses in Laudenbach gewählt.

Näheres zum jüdischen Leben in Deutschland, insbesondere in der Region Laudenbach wurde im anschließenden Vortrag des Vorsitzenden des Förderkreises, Georg Schirmer, beleuchtet. Anschließend führte Wolfgang Tröster, Stadtrat der Stadt Karlstadt, durch die Ortschaft, die mit zahlreichen Gebäuden und Plätzen einen reellen Bezug zum Thema darstellt. Dabei konnte er mit Ausführungen zur ehemaligen Synagoge, einer alten Mikwe und weiterer Beispiele näherbringen, wie sich das jüdische Leben damals in Laudenbach gestaltete.

Lebhafte Beiträge

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine musikalische Darbietung von Schirmer und Maria Hussong, die eine Verbindung zum Thema mit jüdischen Musikstücken herstellten und den Zuhörern ein wunderbares Klangerlebnis boten.

Ein wichtiger Aspekt der Weiterbildung war auch, dass die Teilnehmenden persönlich einbezogen wurden und sich mit den aufgezeigten, auch oft sehr aktuellen Bezügen befassen konnten. Dies geschah in Form einer Diskussionsrunde, in der lebhafte Beiträge zu einem angenehmen Austausch von Meinungen und Erfahrungen führten.

Als Dank für die Unterstützung übergab der Leiter der Stabsgruppe, Oberstleutnant Wolfgang Wieser, ein Geschenk und eine kleine Spende für den Förderkreis. Für die Teilnehmenden ergab der Tag zahlreiche Denkanstöße und einen neuen Einblick in die Region. red