"Man kann Gott nicht achten, wenn man die kleinsten Arbeiter nicht achtet" , äußerte sich einst der Gründer der Christlichen Arbeiter Jugend (CAJ), Joseph Leon Kardinal Cardijn. Auch Papst Benedikt XVI. hatte anlässlich der Sozialwoche 2008 in Italien betont: "Prekäre Arbeitsverhältnisse sind auf längere Sicht eine Bedrohung für die ganze Gesellschaft. Sie sind ein ethischer und sozialer Notstand."


Virtuell und mit Symbolcharakter

Diese Aspekte hat Florian Stark, Pfarrer von St. Kilian in Pretzfeld und CAJ-Kaplan, für sich aufgenommen und kürzlich mit Jugendlichen einen Gottesdienst auf Burg Feuerstein gefeiert, bei dem der "virtuelle Heilige" Prekarius im Mittelpunkt stand. Dieser Heilige ist nicht in den Büchern der Kirche verzeichnet, soll aber dennoch auf prekäre Arbeitssituationen wie Zeitarbeit/Leiharbeit, Bezahlung unter dem Mindestlohn oder unterschiedlichen Lohn für gleiche Arbeit hinweisen.
Der katholische Jugendverband CAJ hat sich mit der Kampagne "fair statt prekär" auf die Fahne geschrieben, verstärkt auf die Missstände in der Arbeitswelt aufmerksam zu machen. "Natürlich unterstütze ich als Pfarrer die Jugendlichen und begleite sie sehr gerne bei ihrer wertvollen Arbeit", sagt Stark.


29. Februar ist Prekarius-Tag

Seit mehreren Jahren wandert nun die symbolische Holzfigur durch die bayerischen Diözesen. Der offizielle Gedenktag dieses Heiligen ist der 29. Februar; da er nur alle vier Jahre erscheint, ist dies ein "prekärer" Tag. Pfarrer Stark: "So freut es mich besonders, dass in diesem Kirchenjahr wieder ein Prekariustag enthalten ist und der erste Gottesdienst mit Prekarius im Erzbistum Bamberg gefeiert wurde." Bis zur Weitergabe an die nächste Station im Bistum Passau wird die Holzfigur in der Pretzfelder Pfarrkirche ausgestellt sein.