von unserem Redaktionsmitglied 
Arkadius Guzy

Hammelburg — Seit 1998 verbrennen auf der Kläranlage zwei Blockheizkraftwerke das Klärgas, das bei der Schlammfaulung entsteht. Die Motoren erzeugen Strom und Wärme für den Betrieb. Nun kommen die beiden Anlagen aber in die Jahre, weshalb eines der Blockheizkraftwerke durch ein neues ersetzt werden soll. Burkhard Oschmann, Geschäftsführer des Abwasserzweckverbands (AZV) Thulba-Saale, verspricht sich durch neue Technik auch einen höheren Wirkungsgrad.
Bisher schalten sich die beiden Gasmotoren, die jeweils eine Leistung von 70 Kilowatt haben, abwechselnd zu. Sie produzierten laut Oschmann bis jetzt jeweils etwa drei Millionen Kilowattstunden Strom. Künftig soll eine neue 50-Kilowatt-Anlage im Dauerbetrieb laufen. Der eine der beiden 70-Kilowatt-Motoren, der dann noch übrig bleibt, soll bei höherem Klärgasanfall zusätzlich einspringen.
Für das neue Blockheizkraftwerk muss der AZV inklusive Planungskosten rund 250 000 Euro ausgeben. Für dieses Jahr ist es die bedeutendste Investition im Haushalt des Verbands. Für die Finanzierung nimmt der AZV einen zinsverbilligten Kredit von 200 000 Euro bei der KfW-Bank auf. Oschmann will sich darum bemühen, dass die neue Anlage noch eine Förderung nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz bekommt.
Trotz der Investition ändert sich die Gesamtumlage für die Mitgliedsgemeinden des AZV - Hammelburg, Elfershausen, Oberthulba und Fuchsstadt - nicht. Sie liegt mit 760 000 Euro auf dem Niveau des Vorjahres und damit auf dem niedrigsten Stand der vergangenen Jahre. Das liegt zum Teil daran, dass der AZV im vergangenen Jahr von einer Erstattung der Abwasserabgaben von insgesamt rund 200 000 Euro profitieren konnte.

Weniger Stromkosten

Die Abwasserabgabe zahlt der AZV an den Freistaat Bayern für die Einleitung des geklärten Wassers in die Saale. Die Höhe richtet sich nach der Reinigungsleistung der Anlage. Dank der Erneuerung der Belüftungstechnik vor zwei Jahren konnten die Werte für den Gesamtstickstoff verbessert werden, was die unvorhergesehene Erstattung mit sich brachte. Zu Einsparungen bei den Betriebskosten führen die Erneuerungsmaßnahmen der jüngsten Vergangenheit: Neue Technik reduziert den Energieverbrauch und damit die Ausgaben für Strom.
Allerdings werden in den kommenden drei bis sechs Jahren die Kosten unter den Mitgliedsgemeinden schrittweise leicht neu verteilt. Der Umlageschlüssel für die Betriebskosten errechnet sich aus den Abwassermengen der einzelnen Gemeinden. Für Hammelburg fällt mit der Schließung der Firma Lutz künftig ein abwasserintensiver Betrieb weg, so dass für Hammelburg der prozentuale Anteil am Gesamtabwasser und den Betriebskosten sinkt und sich für die anderen Kommunen dagegen erhöht.
Das Unternehmen Lutz, das direkt an die Kläranlage angeschlossen ist, war bisher der größte Einzeleinleiter im Einzugsgebiet, erklärt Oschmann. Die jährliche Abwassermenge zusammen mit dem Verschmutzungsgrad entsprach umgerechnet etwa 2500 Einwohnerwerten.