"Kulturpunkt Alte Schäferei - Zeitreise für Körper, Geist und Seele" könnte über einem neuen Konzept für die Alte Schäferei in Ahorn stehen. Studierende der Hochschule Coburg präsentierten am Samstag in der Scheune das Ergebnis einer interdisziplinären Ideenwerkstatt.

Zwei Tage lang hatten sich Studierende des Fachbereichs Zukunftsdesign unter der Leitung ihrer Professoren Milena Valewa, Unternehmenskultur und Ethik, und Julius Heinicke, angewandte Kulturwissenschaften, mit einem Konzept für die Alte Schäferei in Ahorn beschäftigt, Ideen für eine neue inhaltliche Ausrichtung des Museums gesammelt und ihre Ergebnisse in Präsentationen zusammengefasst.

Am Samstag stellten die jungen Leute ihren Ideenkatalog vor - mit kurz-, mittel- und langfristig umsetzbaren Zielen. Wobei sich die Weitsicht der jungen Generation durchaus sportlich zeigt, nämlich für 2019, 2020 und 2021. Behörden dürften kurz-, mittel- und langfristig anders definieren, im besten Fall in Fünf-Jahres-Scheiben.Unter die Rubrik "kurzfristige, und damit schnell umsetzbare Ziele" finden die Seminarraumvermietung, die Kreierung eines exklusiven Schäferbiers, die Öffnung des Depots oder geführte Spaziergänge Einzug ins Konzept.

"Miete deine Biene"

Mittelfristig schlagen die Studierenden die Etablierung einer "Kulturlandschaft" rund um die Biene und die Imkerei mit entsprechenden Eventworkshops vor, den Aufbau eines mobilen Hofladens mit regionalen Produkten oder die Raumnutzung für regionale Kunstausstellungen. Neben solchen Angeboten, wie "Miete deine Biene", könnte hier auch ein Lagerfeuer- und Grillplatz angeboten werden, wofür das Terrain als geradezu prädestiniert angesehen wird. Langfristig geht es um die Erlebnisschäferei, um Theater und Konzerte in der alten Scheune, um Zeitreisen zu traditionellem Handwerk und Lebensart, um Streichelzoo und Spielplatz, um Schäfer, Schafe und Schaftherapie.

Mix aus Natur und Erlebnis

All das soll auf der Basis bereits vorhandener Angebote, wie Museumspädagogik und Veranstaltungen, der Alten Schäferei neue modernere Inhalte geben. Natürlich sollen die Angebote förderfähig und zugleich wirtschaftlich orientiert sein. Der Fokus soll auf wechselnden Ausstellungen liegen, auf Natur und Erlebnis, auf Kultur und Regionalität.

Besucheransprüche und den vorhandenen Fundus auf einen Nenner zu bringen, sagt Museumsleiterin Dr. Chris Loos, sei ein schwieriges Unterfangen bei der Entwicklung neuer Konzeptionen. "Was die Studierenden an Ideen entwickelt haben", sagt Loos, "zeigt die Sichtweise der jüngeren Generation auf diesen interessanten und ausbaufähigen Kulturstandort."

Hier würden Erwartungen aufgestellt, die weit über die Nutzung der Alten Schäferei als Museum hinausgehen. Vielmehr weise das in Richtung einer kulturellen Begegnungsstätte mit Themen, die einen reellen Bezug hätten und nicht nur hypothetisch seien. Im Rahmen der Neukonzipierungsphase für die Alte Schäferei sieht Chris Loos hier durchaus interessante Ansatzpunkte.

Vieles, was die Studierenden in ihr Konzept aufgenommen haben, meint Julius Heinicke, sei auch unkompliziert umsetzbar, wie der Lagerfeuer- und Grillplatz beispielsweise.

Kooperation soll vertieft werden

Grundsätzlich gehe es darum, mit der Alten Schäferei Tradition und Moderne zu verbinden und darauf ein zukunftsweisendes, tragbares Konzept zu stricken. Die Präsentation der Ideenwerkstatt soll der Auftakt sein für weiterführende Gespräche und eine fruchtbringende Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Region auf dem Weg der Neukonzipierung der Alten Schäferei.

Kommune, Landkreis, Museumszweckverband und Fördermittelgeber, so stellen es sich die beiden Professoren vor, müssten in diesen Prozess eingebunden werden. Dass am Samstag bei der Präsentation von diesen Gremien keine Vertreter vor Ort waren, ist sicherlich schade. Schließlich hofften die Studierenden darauf, dass sich schon heuer etwas bewegt.

Und vielleicht, das hofft auch Julius Heinicke, entsteht aus dem Workshop ein ganzes Semesterprojekt.