Musik wie ein Frühlingsstrauß
Autor: Sonja Adam
Kasendorf, Sonntag, 29. April 2018
Der Kasendorfer Musikverein präsentierte unter der Leitung von Florian Horner böhmische Musik der schönsten Art.
Emotionen, die unter die Haut gehen - genau darum ging es beim Frühlingskonzert des Kasendorfer Musikvereins am Samstagabend im Musikheim. Mit dem Stück "Start frei" eröffneten die Musikanten das bunte Programm. Dann unterhielten die Kasendorfer Musikanten ihr Publikum mit Märschen und Polkas. Seit nunmehr drei Jahren haben die Kasendorfer Musikanten sich auf die böhmische Musik festgelegt und spielen ausschließlich diese traditionelle Blasmusik.
"Diese Musikart erlebt aktuell einen echten Hype", sagte der erst 26 Jahre alte Dirigent Florian Horner. Doch obwohl die böhmische Musik Heimatverbundenheit und einen Hauch Gemütlichkeit ausstrahlt, ist diese Art der Unterhaltungsmusik alles andere als leicht zu spielen. Damit die Werke ihre volle Wirkung entfalten, ist rhythmische Genauigkeit ohne Kompromisse erforderlich. Einen wesentlichen Anteil am Gelingen haben die Flügelhörner. Denn sie sorgen für den Original-Sound.
Flügelhornistin Stephanie Herold tat sich beim Frühlingskonzert nicht nur als hervorragende Instrumentalistin hervor, sondern setzte dem Konzert auch als Sängerin die Krone auf. An ihrer Seite sang Hermann Horner. Er war zugleich Moderator des Abends. Natürlich hatte der Dirigent der Kasendorfer klassische Mosch-Werke ins Programm genommen. Die Palette reichte von so romantischen Titeln wie "Denk doch an mich" bis hin zum legendären Mosch-Marsch "Starparade".
Eine der wohl legendärsten Polkas des Abends ist die "Vajnorska Polka" aus der Feder von Karol Padivy. In Deutschland ist das Werk unter dem Titel "Musikantentraum" bekannt. "Unser Dirigent hat sich erlaubt, das Stück ein klein bisschen nachzubearbeiten, damit es auch wirklich ein Musikantentraum wird", verriet Moderator Hermann Horner.
Der Kasendorfer Musikverein sorgte dafür, dass die Zuhörer auf ihre Kosten kamen. Er spielte die Jubiläumsfest-Polka, die für Michael Klostermann und seine Egerländer Musikanten komponiert worden war, genauso wie Guido Henns "Musikantensehnsucht". Richtig anspruchsvoll war der Marsch "Mens sana in corpore sano". Zum Nachdenken anregen sollte das "Lied aus der Heimat".
Mit vielen weiteren Stücken im Polka- und Marschtakt ging der böhmische Abend zu Ende. Mit der Borsicka-Polka entführten die Kasendorfer Musiker die Zuhörer schließlich nach Tschechien. Und mit "heimliche Liebe", einem Wunschstück der Zuhörer, ging der Abend zu Ende.
Natürlich gaben die Kasendorfer Musikanten gerne noch ein paar Zugaben zum Besten. Beim Frühlingskonzert stellte übrigens auch die Jugend ihr Können unter Beweis. Allerdings nicht mit böhmischer Musik, sondern mit einem Musikmix. Das Jugendorchester spielte Boogie Woogie, ein Michael-Jackson-Medley und eine Rhapsodie.