"Montagsbastler" binden Osterkrone
Autor: Bernd Kleinert
Altenkunstadt, Dienstag, 27. März 2018
300 Eier und etliche große Fichtenzweige sind dafür notwendig. Profitieren tun die Bewohner des Seniorenzentrums.
"Wenn ihr mehr braucht, dann sagt einfach Bescheid", rufen Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs. "Das müsste eigentlich reichen", meint Vera Schmitt und wirft einen prüfenden Blick auf den Berg von Fichtenzweigen, den die Männer vor der evangelisch-lutherischen Kreuzbergkirche abgeladen haben. Aber wofür reichen?
Für den Adventskranz, den die "Montagsbastler"« der evangelischen Kirchengemeinde jedes Jahr für das Rathaus binden, dürfte es definitiv zu früh sein. Man muss den emsigen Frauen nicht lange beim Werkeln zuschauen, um herauszufinden, worum es geht: Eine Osterkrone wird gebunden. "Und die stellen wir dann am Brunnen vor dem Friedrich-Baur-Seniorenzentrum Sankt Kunigund auf. Schön geschmückt, natürlich", verrät Edith Hahn.
Von Edith Hahn initiiert
Es ist bereits das dritte Jahr, dass der kleine Kreativkreis österliches Flair auf das Gelände des Altenkunstadter Seniorenheims zaubert. Die Initiative dafür ging von Edith Hahn aus, die in der Caritas-Projektgruppe "In der Heimat wohnen" mitarbeitet. "Zusammen mit Quartiersmanagerin Angela Lohmüller haben wir uns Gedanken über künftige Aktionen gemacht, von denen vor allem ältere Menschen profitieren sollen. Einen Osterbrunnen für das Seniorenzentrum hielt ich für eine gute Sache", erzählt sie. Schön gestaltete Osterkronen gibt es zwar im Gemeindegebiet in nahezu jeder Ortschaft, doch für die Heimbewohner, die nicht gut zu Fuß sind oder sogar im Rollstuhl sitzen, sind sie nur schwer erreichbar. "Die Senioren sollten deshalb einen eigenen Osterbrunnen bekommen, an dem sie sich wochenlang jeden Tag erfreuen können", betont Hahn. Doch die Gestaltung einer Krone ist mit enormem Zeit- und Arbeitsaufwand verbunden.
Extrem frostige Angelegenheit
Der evangelische Kreativkreis "Die Montagsbastler" erklärte sich spontan bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Bereits zum dritten Mal banden die Damen jetzt eine Osterkrone, doch diesmal war es eine extrem frostige Angelegenheit. "Den ersten Termin mussten wir wegen der klirrenden Kälte verschieben. Wir hätten uns ja die Finger abgefroren", erzählt Waltraud Fischer mit einem Augenzwinkern. Doch auch beim zweiten Anlauf ist es nicht viel wärmer. Knapp vier Stunden brauchen die Frauen zum Binden der Krone. Für das Kreuz auf der Spitze kommt Buchs zum Einsatz. Geschmückt wird die Osterkrone mit knapp 300 bunten Eiern."Diesmal kreieren wir erstmals Girlanden mit jeweils zehn Eiern. Das gibt ihnen besseren Halt. Im letzten Jahr haben Stürme etliche Eier von der Krone gefegt und zerstört", berichtet Marita Gabeli. Dankbar sind die "Montagsbastler" dem Bauhof, der neben der Materialbeschaffung auch den Transport der Osterkrone zum Seniorenzentrum übernimmt, der Zimmerei Bauer in Neuses für die Lagerung des Kronengerüstes sowie den vielen Spendern, die bunte Eier beigesteuert haben. Mit der Aufstellung der Krone ist für die kreativen Damen die Arbeit aber noch nicht getan.
Im Rahmen einer kleinen Feier stellen sie den Heimbewohnern ihr österliches Kunstwerk vor. Mädchen und Jungs aus der Kathi-Baur-Kindertagesstätte gestalten das Rahmenprogramm. Mit dabei sind auch Bürgermeister Robert Hümmer und Heimleiterin Gabriele Händel. Sie alle würdigen sowohl das Engagement der "Montagsbastler" im Dienst an älteren Menschen als auch deren Beitrag zur Pflege eines schönen fränkischen Brauchs.