Kämmerer Michael Weigand legte in der Sitzung des Gemeinderates den von ihm und einem Ausschuss ausgearbeiteten Haushalt der Gemeinde für den Zeitraum 2021 bis 2024 zur Beratung und Beschlussfassung vor.

Der Verwaltungshaushalt beläuft sich in Einnahmen und Ausgaben auf jeweils 2 059 840 Euro. Im Haushalt 2020 waren noch jeweils 1 943 640 veranschlagt. Somit steigt der Verwaltungshaushalt gegenüber dem Vorjahr um 116 200 Euro oder rund 5,97 Prozent. Größere Veränderungen ergeben sich hauptsächlich bei den Positionen und Ansätzen.

Der Ansatz für den gemeindlichen Personalkostenzuschuss an den Kindergarten Thundorf erhöht sich 2021 von bisher 66 150 Euro auf 100 290 Euro. Für die Weiterleitung der staatlichen Förderung an den Kindergarten Thundorf und auswärtige Kindergärten sind an Einnahmen 167 600 Euro und an Ausgaben 167 610 Euro, anstatt den bisherigen Einnahmen in Höhe von 128 000 Euro und Ausgaben von 128 140 Euro veranschlagt. Für den laufenden Straßenunterhalt sowie Asphaltierungsarbeiten waren im Haushalt 2020 16 000 Euro vorgesehen. Dieser Betrag erhöht sich 2021 auf insgesamt 25 000 Euro (für Sinkkästen, Straßenreparaturen).

Mehreinnahmen gibt es bei der Einkommensteuerbeteiligung von 107 780 Euro auf 570 780 Euro, und Mindereinnahmen bei der Schlüsselzuweisung von 62 730 Euro auf 390 410 Euro. Mehrausgaben gibt es bei der Verwaltungsumlage an die Verwaltungsgemeinschaft Maßbach von 9430 Euro auf 190 020 Euro, ferner Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer von 220 000 Euro auf 200 000 Euro. Außerdem gibt es einen Anstieg der Personalkosten im Bauhof um 3630 Euro auf 198 120 Euro sowie Mehrausgaben bei der Kreisumlage um 46 870 Euro auf 473 770 Euro.

Schuldenstand

Als Zuführung an den Vermögenshaushalt können nach diesem Entwurf 17 750 (Vorjahr 60 900 Euro) erwirtschaftet werden. Erforderlich wäre ein Mindestbetrag in der Höhe der ordentlichen Tilgung mit rund 12 500 Euro. Daraus errechnet sich eine freie Finanzspanne in Höhe von 143 270 Euro. Der Schuldenstand der Gemeinde Thundorf pro Einwohnerzahl von 1023 zum 30. Juni 2020 beträgt rund 18,33 Euro. Der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden belief sich im Jahre 2018 auf 592 Euro pro Einwohner.

Viele kleinere und größere Einnahmen und Ausgaben stehen im Verwaltungshaushalt. So zum Beispiel im Einzelplan "Allgemeine Verwaltung" die Verwaltungs- und Mahngebühren für säumige Zahler, der Unterhalt und die Bewirtschaftung der Rathäuser.

Für die Mitgliedschaft in der Allianz "Schweinfurter OberLand" sind 16 500 Euro und für die "Thundorfer Nachrichten", die monatlich kostenlos an alle Haushaltungen der Gemeinde verteilt werden, sind 12 430 Euro angesetzt. Die drei Feuerwehren sind seit jeher ein Zuschussbetrieb, aber unerlässlich für die Sicherheit und den Brandschutz. Die Ausgaben sind mit 33 850 Euro im Verwaltungshaushalt angegeben.

Schulen und Schülerbeförderung

Im Einzelplan "Schulen" sind 28 600 Euro an Einnahmen gegenüber 157 740 Euro an Ausgaben vorgesehen. Für die Schülerbeförderung bekommt die Gemeinde 15 900 Euro. Größter Kostenfaktor im Einzelplan "Soziale Sicherung" ist der Kindergarten. Neben den Personalkosten, dem Unterhalt des Kindergartenbusses ist es auch der Defizitausgleich, der mit 25 000 Euro im Ansatz ist. Personalkosten und laufende Unterhaltskosten der Grünanlagen, inklusive Bauhofleistungen, Baumpflege, Mäharbeiten und Beteiligung an Grüngitter schlagen mit 95 230 Euro zu Buche.

Abwassergebühren

Der aktuelle vierjährige Gebührenkalkulationszeitraum 2021 bis 2024 für die Abwassergebühren läuft bis zum 31. 12. 2024. Die Gebühren wurden dabei ab 1. 1. 2021 von 1,04 Euro auf 1,54 Euro/cbm erhöht. Die Grundgebühr wurde auf 50 Euro festgesetzt. Die Sonderrücklage zum Gebührenausgleich weist zum 31. 12. 2020 einen Fehlbetrag von minus 19 730,52 Euro auf. Die Abwassergebühren sind im Plan mit 78 000 Euro angesetzt.

Bei der dreijährigen Gebührenkalkulation zur Wasserversorgung 2020 bis 2022 (nur Gemeindeteil Thundorf) ist ein Überschuss von 47 883,54 Euro ausgewiesen, was zur Folge hat, dass die Gebühren von 1,66 Euro/cbm auf 1,25 Euro/cbm ab 1.1.2020 gesenkt wurden. Die Grundgebühr beträgt 51,13 Euro. Die laufenden Wasserverbrauchsgebühren sind im Haushalt mit 32 600 Euro angegeben.

Im Einzelplan "öffentliche Einrichtungen" sind der Unterhalt und der Betrieb des Bauhofes mit 223 400 Euro einer der größten Brocken. Allerdings beinhaltet diese Summe 198 630 Euro an Personalkosten und 14 300 Euro für den Fahrzeugunterhalt. Die Friedhöfe sollen 25 510 Euro verursachen, wobei die Bauhofleistungen mit 13 000 Euro eingerechnet sind. Dem gegenüber stehen Einnahmen im Ansatz in Höhe von 6500 Euro.

Der Einzelplan "Allgemeine Finanzwirtschaft" ist wie in allen Gemeinden der einzige, der mit einem Überschuss abschließt. Die Grundsteuer soll knapp 110 000 und die Gewerbesteuer 200 000 Euro einbringen. Die Hebesätze bleiben gleich und liegen mit 360 v.H. nah am Landesdurchschnitt. Von der Einkommensteuer, die die Thundorfer Bürger an das Finanzamt zahlen, bekommt die Gemeinde 40 900 Euro zurück. Den Einnahmen aus diesem Einzelplan von 1 378 600 Euro stehen Ausgaben in Höhe von 706 790 Euro gegenüber. An Gewerbesteuerumlage müssen 19 500 Euro abgeführt werden, der Landkreis kassiert 473 770 Euro an Kreisumlage, und die Verwaltungsgemeinschaft Maßbach bekommt 190 020 Euro an Umlage. Die Zinsen für bestehende Kredite betragen 800 Euro, und 17 750 Euro fließen in den Vermögenshaushalt, um Investitionen zu finanzieren.

Die Feuerwehren, das Rathaus Thundorf, die Kirche Theinfeld, die Ortskernrevitalisierung, die Erschließung und Ausweisung von Baugebieten in Rothhausen und Thundorf, die Ransbachrenaturierung, die Friedhöfe in allen drei Gemeindeteilen, die Wasserversorgung Thundorf, der Felsenkeller im Hainweg Thundorf und die alte Schule Theinfeld sind die größeren Investitionen des Vermögenshaushaltes, der mit 1 464 210 Euro in Einnahmen und Ausgaben abschließt.

Eine Änderung wurde mit aufgenommen. Der Holzlagerplatz wird in der Summe geteilt, zugunsten der Sanierung des Grünwaldweges in Rothhausen. Das Forsthaus Thundorf wurde in das Jahr 2024 verschoben. Der Großteil der Maßnahmen ist bereits begonnen bzw. schon fertiggestellt.

Nach einer Diskussion beschließt der Gemeinderat, den Haushalt 2021 in der vorliegenden Form samt Anlagen zu genehmigen und die Haushaltssatzung zu erlassen. Die im Rahmen der Beratung aufgeführten Änderungen sind im Haushalt 2021 mit einzuarbeiten.