Mehr Gewalt am Berg beeinträchtigt Freude der friedlich Feiernden
Autor: Redaktion
Erlangen, Dienstag, 18. Juni 2019
Die Erlanger Polizei zieht eine gemischte Bilanz der 264. Bergkirchweih. Der "Berg" und die anschließenden Nachfeiern in der Innenstadt lockten trotz einiger Regenschauer wieder eine Vielzahl Besucher...
Die Erlanger Polizei zieht eine gemischte Bilanz der 264. Bergkirchweih. Der "Berg" und die anschließenden Nachfeiern in der Innenstadt lockten trotz einiger Regenschauer wieder eine Vielzahl Besucher an. Der weit überwiegende Anteil von ihnen genoss das Flair am Berg und feierte auch in der Innenstadt friedlich. Dennoch musste die Polizei einen Anstieg der Straftaten, insbesondere der Aggressionsdelikte feststellen.
Die Körperverletzungsdelikte nahmen um rund 50 Prozent zu. Herausragend waren dabei fünf Delikte, bei denen Maßkrüge als Waffen eingesetzt wurden. In weiteren Fällen wurde ein junger Mann im Bereich einer Diskothek am Boden liegend mehrmals von bislang unbekannten Tätern gegen den Kopf getreten und am Martin-Luther-Platz gelang es einer Streifenbesatzung, einen Täter gerade noch rechtzeitig vor Tatbegehung festzunehmen. Der junge Mann hatte sich am Pfingstmontag früh gegen 4.30 Uhr mit einem abgebrochenen Flaschenhals bewaffnet und war gerade im Begriff, auf seinen Kontrahenten loszugehen. Zum Glück wurden die Opfer dieser Attacken alle nicht schwerer verletzt.
Diese Entwicklung bekamen auch die eingesetzten Polizeibeamten zu spüren, da die Widerstandsdelikte um rund ein Drittel zunahmen. In der Regel wurden die Beamten hierbei auch noch unflätig beleidigt.
Bei einer Auseinandersetzung in einem Festzelt auf dem Festgelände wurden die eingesetzten Beamten getreten, einer ins Gesicht gespuckt sowie eine Beamtin gebissen. Sie war a zwei Tage nicht dienstfähig.
Gegen die Aggressoren wurde sofort ein Betretungsverbot für die Bergkirchweih und die Nachfeiern von der Stadt Erlangen ausgesprochen.
Gegenüber dem Berg 2018 nahmen auch die Sexualdelikte zu. Zwar verringerte sich die Anzahl der sexuellen Belästigungen geringfügig, jedoch nahmen die angezeigten Vergewaltigungen deutlich zu. Bei diesen Fällen sind die Umstände weitgehend ungeklärt, da die Anzeigenerstattung erst im Nachgang von Angehörigen oder Freunden der Opfer mit einem Zeitverzug von bis zu drei Tagen bei der Polizei erfolgte.
Die Aussagen der Frauen selbst sind lückenhaftoder liegen noch nicht vor, obwohl teilweise von massiven Misshandlungen berichtet wurde. Das erschwert die Ermittlungen, da Fahndungsansätze fehlen.