Elf Tage nach der bitteren 114:123-Niederlage im Pokal gegen den Mitteldeutschen BC haben die Basketballer von Medi Bayreuth Wiedergutmachung betrieben, auch wenn es die verpasste Top-Four-Teilnahme im Cupwettbewerb sicher nicht aufwiegt. In der Bundesliga feierte das Team von Trainer Raoul Korner am Sonntagnachmittag in der leeren Oberfrankenhalle gegen den MBC einen verdienten 99:81 (48:43)-Sieg und damit den zweiten Erfolg im dritten Ligamatch.

Bundesliga, Männer

Medi Bayreuth - Mitteldeutscher BC 99:81

(29:23, 19:20, 24:21, 27:17) In einer kampfbetonten und anfangs ausgeglichenen Partie setzten sich die Bayreuther ab Mitte des ersten Viertels ab. Nach einem Dreier von Osvaldas Olisevicius ging das Medi-Team erstmals zweistellig in Führung (21:11, 9.). Die Einwechslung von Roko Rogic machte sich in dieser Phase bei den Gästen bezahlt. Unter der Führung des kroatischen Nationalmannschaftsspielmachers unterbanden die Wölfe ein weiteres Davonziehen der Hausherren und kamen bis zur ersten Viertelpause wieder bis auf 23:29 heran.

"Wölfe" gehen in Führung

Zu Beginn des zweiten Abschnitts war es der gut aufgelegte College-Absolvent AJ Brodeur, der zum Führungswechsel für die "Wölfe" aus Weißenfels traf (31:32, 14.) und Medi-Coach Raoul Korner zu einer Auszeit nötigte. In der Folgezeit konnte sich kein Team einen entscheidenden Vorteil erarbeiten. Erst ein Dreier von Kapitän Bastian Doreth sicherte den Bayreuthern, bei denen sich zur Pause bereits alle eingesetzten Spieler in die Korbschützenliste (Olisevicius, Pardon je 9) eingetragen hatten, schließlich einen Fünf-Punkte-Pausenvorsprung (48:43).

Kyndahl Hill eröffnete die zweite Hälfte für die Gäste mit einem Alley-Oop-Dunking auf Zuspiel von Quinton Hooker. Doreth und Frank Bartley konterten postwendend von der Dreierlinie (54:45, 22.) und ließen damit den Vorsprung anwachsen. Den verteidigten die Oberfranken bis in die letzte Viertelpause (72:64, 30.).

Danach legten die Gastgeber einen blendenden Start in die finalen zehn Minuten aufs Parkett: Andreas Seiferth, der für die nun bevorstehenden EM-Qualifikationsspiele der Nationalmannschaft nominiert wurde, bediente David Walker, der den Ball durch den Ring stopfte und kurz darauf noch einen Mitteldistanzwurf verwertete.

Dann war es Seiferth selbst, der mit dem 78:64 für die bis dahin höchste Führung sorgte (32.). Der Widerstand der Sachsen-Anhalter war damit gebrochen. Die Bayreuther steuerten danach einem ungefährdeten und vollauf verdienten 99:81-Sieg entgegen. Topscorer bei Bayreuth waren Frank Bartley und der in den letzten Minuten noch einmal aufdrehende Matt Tiby (je 19 Punkte), bei den Gästen kam Roko Rogic auf 17 Zähler.

Korner lobt sein Team

"In der Verteidigung, den Defensivrebound mal ausgenommen, waren wir deutlich stärker", analysierte Korner, der in der Offensive vor allem damit zufrieden war, "wie wir unter dem Korb unsere Vorteile ausgespielt haben. Hier haben wir nicht nur Postups für unsere großen Spieler kreiert, sondern auch freie Würfe aus der Distanz, die wir dann auch gut getroffen haben."

Sein Gegenüber, Silvano Poropat, sah sein Team "nach einem guten zweiten Viertel bis zum Anfang des letzten Abschnitts noch in Schlagdistanz. Dann aber ist Bayreuth etwas davongezogen und konnte diesen Vorsprung bis zum Ende kontrollieren. Meine Mannschaft hat zwar gut gereboundet, aber in der Verteidigung sind uns einfach zu wenige Stopps gelungen." Der Kroate kritisierte, dass sein Team zu viele einfache Korbleger vergeben habe.

Doreth meinte: "Wichtig war der Sieg, Wir stehen nun bei 75 Prozent unseres Leistungsvermögens und sind zufrieden mit unserer Entwicklung."