Der emeritierte Weihbischof Werner Radspieler ist im Alter von 79 Jahren gestorben.
Das Erzbistum
Bamberg trauert um seinen emeritierten Weihbischof Werner Radspieler. Er starb am Mittwoch im Alter von 79 Jahren in Nürnberg. 27 Jahre lang war Radspieler Weihbischof in der Erzdiözese Bamberg. Während seiner Bischofszeit erlebte er drei Erzbischöfe. Seit seiner Emeritierung lebte er in einem Seniorenstift in seiner Geburtsstadt Nürnberg, wo er bis vor wenigen Wochen die Gottesdienste feierte.
Erzbischof Ludwig Schick würdigte den Verstorbenen in der Pressemitteilung des Erzbistums als "guten Hirten" und "markanten Künder des Wortes Gottes" sowie als "fürsorglichen Seelsorger", der bei den Menschen im Erzbistum und weit darüber hinaus sehr beliebt gewesen sei.
Gebürtiger Nürnberger
Werner Radspieler wurde am 13. August 1938 in Nürnberg geboren. Nach dem Abitur 1958 nahm er in Bamberg das Theologiestudium auf und trat ins Priesterseminar ein. 1964 empfing er die Priesterweihe. Nach kurzer Kaplanszeit in Neustadt an der Aisch betreute Radspieler als Präfekt die Internatsschüler im Ottonianum. Anschließend war er Kaplan in Fürth St. Heinrich und Pfarrer in Heroldsbach (1969 bis 1972).
1977 zum Domkapitular
Von 1972 bis 1977 unterrichtete er katholische Religionslehre am E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium in Bamberg. 1977 wurde Radspieler zum Domkapitular und Stellvertreter des Generalvikars ernannt. Als Hauptabteilungsleiter für Öffentlichkeitsarbeit begleitete er die neuen Entwicklungen in den Medien. Nach der Ernennung zum Weihbischof am 7. November 1986 durch Papst Johannes Paul II. empfing er am 21. Dezember 1986 die Bischofsweihe.
Zahlreiche Aufgabenfelder
In der Bischofskonferenz war er Mitglied der Publizistischen Kommission (1986 bis1996), der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen (1996 bis 2006) und der Pastoralkommission (1999 bis 2006) und zuletzt Mitglied der Caritas-Kommission. Sein besonderes Interesse galt immer der karitativen Arbeit der Kirche. So war er Bischofsvikar für Caritas und soziale Dienste und von 1996 bis 2008 Erster Vorsitzender des Caritasverbandes der Erzdiözese Bamberg.
Zu seinen zahlreichen Aufgaben gehörte auch die Mitarbeit in der Jury für die Vergabe des Kinder- und Jugendbuchpreises der Bischofskonferenz. Er war Beauftragter der Bischofskonferenz für die katholische Polizeiseelsorge, Ehrenmitglied des Hospitalordens vom Heiligen Johannes von Gott (Barmherzige Brüder) sowie Direktor der Diözesankongregation der Franziskusschwestern von Vierzehnheiligen. Zu Beginn seiner Amtszeit war er zudem Bischofsvikar für Priesterseelsorge, Ständigen Diakonat, erzbischöfliche Seminarien und Berufungspastoral.
Bundesverdienstkreuz
Als Diözesanadministrator leitete Weihbischof Radspieler zweimal das Erzbistum Bamberg: beim Rücktritt von Erzbischof Elmar Maria Kredel von April 1994 bis Ende Mai 1995 sowie in der Sedisvakanz zwischen Erzbischof Karl Braun und Erzbischof Ludwig Schick von Juli 2001 bis September 2002.
Werner Radspieler wurde mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1996) und dem Bayerischen Verdienstorden (2002) ausgezeichnet.
Am 9. September 2013 nahm Papst Franziskus sein Rücktrittsgesuch an, das er, wie kirchenrechtlich vorgeschrieben, mit seinem 75. Geburtstag eingereicht hatte. Sein Wahlspruch lautete "Der, der es in Euch begonnen hat, wird es auch vollenden."
Einen Termin für die Trauerfeier und Beisetzung will das Erzbistum bekannt gegeben.
red