Wenn Pflege das Zuhause verändert
Autor: Fränkischer Tag
, Montag, 27. Juli 2026
Das BRK informiert Angehörige über verschiedene Angebote und nimmt Berührungsängste
Pflege – lange scheint es ein Thema zu sein, das weit weg ist. In vielen Fällen ist es dann plötzlich da, wenn die eigenen Eltern, der Partner oder die Partnerin oder man selbst schwer erkrankt. Wenn Pflege eintritt, sind die meisten erst einmal mit der Situation überfordert. Das weiß Frank Gerstner von der Fachstelle für pflegende Angehörige und Leiter der Sozialen Dienste im BRK Kreisverband Lichtenfels. Wie organisiere ich nun den Pflegealltag? Welche Möglichkeiten bietet mir die Pflegekasse? Wer kann mir dabei helfen? Diese Fragen – und noch viele mehr – wurden am Mittwoch im Rahmen des Infoabends „Pflege zu Hause" beantwortet.
Erfahrung und Verständnis
In der BRK-Kreisgeschäftsstelle Lichtenfels präsentierte das BRK seine Angebote auf niederschwellige Weise. Die Fachstelle „Pflegende Angehörige “ und der Betreuungsverein informierten über Betreuung, über die Qualifizierung zur Betreuungs- und Entlastungskraft sowie über Verfügungen und betreutes Wohnen. Beim Hausnotruf konnten Interessierte sich über denselben, aber auch über den Mobilruf informieren. Echte Nähe entstand durch die vielen Mitarbeitenden, die nicht nur Wissen weitergaben, sondern auch ihre Erfahrung und Herzlichkeit einbrachten.
So „trauten“ sich einige Gäste auch, etwa beim Probetraining der Abteilung „Erste- Hilfe“ teilzunehmen. Maksym Zolotar, Ansprechpartner für die Erste-Hilfe-Kurse beim BRK Kreisverband Lichtenfels, informierte zudem über Besonderheiten bei Hochbetagten und lud zum Gespräch über konkrete, schwierige Alltagssituation ein: „Was würden Sie tun, wenn plötzlich jemand undeutlich spricht… oder bewusstlos wird?“ Er gab ihnen Tipps zum Bewerten der Situation und zu entsprechender Hilfeleistung.
Die Sozialstation und die Tagespflege „Am Mühlbach“ luden zum Blutzucker- und Blutdrucktest ein. Der Rettungsdienst und der Fahrdienst stellten ihre Fahrzeuge vor und informierten über ihre Leistungen. Markus Paul erklärte beispielsweise: „Es gibt im Behindertenfahrdienst einen Tragestuhl, mit dem wir Menschen die Treppe sicher heruntertragen können. Man muss nicht immer liegen.“ Die Neugier und das Interesse der Menschen waren groß, immer wieder wagten einige den Blick ins Innere der Fahrzeuge. „Vielleicht hilft es den Menschen zu sehen, wie es da aussieht, um Ängste ein wenig abzubauen“, so Paul.
Sorge und Unsicherheit