Vortrag über den Wald kam gut an
Autor: Stefan Motschenbacher
Schwürbitz, Dienstag, 05. Mai 2026
Im gut gefüllten Veranstaltungskalender des Obst- und Gartenbauvereins Schwürbitz stand vor kurzem der Termin „Der Wald und seine Tiere“ an. Die Vorsitzende des Führungsgremiums des Vereins Ingeborg Pohl begrüßte die vielen Gäste, die an diesem Thema interessiert waren, im Schützenhaus Schwürbitz . Referenten des Abends waren die beiden Jagdpächter der Lettenreuther „Jagd“ Michael Ament und Frank Karl.
„Jägersein“ mit vielen Facetten
Sie zeigten die vielen Facetten des „Jägerseins“ auf. Dabei stellte Michael Ament fest, dass sich die Landschaft, das Klima und die Menschen in den vergangenen Jahrzehnten sehr verändert hätten. Er habe die „Jägerei“ in Oberbayern gelernt und sei zufrieden, dass wir hier in Oberfranken noch ein abwechslungsreicheres Naturbild hätten. „Angefangen hier bei uns in der Göritze, wo Laubwald vorherrsche, über das Fichtelgebirge, den Frankenwald bis hinüber nach Thüringen herrschen verschiedene Vegetationsbilder vor“, so der Referent.
Entsprechend abwechslungsreich sei deshalb auch die Fauna, die noch erfreulich vielfältig sei. Bei den unterschiedlichen Bewaldungsgebieten spiele auch der Grundwasserspiegel eine große Rolle. Es gäbe viele Baumarten, die mit dem Wasserspiegel und der wärmer werdenden Wetterlage Probleme hätten und immer wieder mal wechselnde Versuche, damit umzugehen. Mit dem Klima, der Flora, der Flächenversiegelung und mit intensiver Bewirtschaftung der Flur haben dann auch die Wildtiere ihre Probleme. Als erstes zeigte er auf, dass die Bestände an Wildhasen und Kaninchen extrem zurückgegangen seien. Das Rehwild als „Kulturfolger“ sehe man hingegen auch schon mal in dörflichen Gärten.
Über Schwarzwild klärte anschließend Frank Karl auf. Hier sei es besonders wichtig, das richtige Aussortieren der Tiere vorzunehmen. Eine Rotte Wildschweine ohne Leittier verursache hohen Flurschaden und laufe unkontrolliert und unkoordiniert durch Wald, Feld und Wiesen. Hinzu kämen die Zerschneidung der Flur durch neue Wege und Straßen, der Umbau der Vegetation, Schädlinge in unterschiedlicher Ausprägung, Versiegelung durch Neubaugebiete und die intensive Landwirtschaft, wo jeder Quadratmeter genutzt werde. Letzteres sorge vor allem für immer weniger Platz für Wildtiere wie Rebhuhn oder Fasan.
„Die Arbeit eines Jägers sei zu 95 Prozent die Hege und Pflege sowie die Aufrechterhaltung der Lebensbedingungen des Wildes“, so der Jäger. Nur noch ein kleiner Teil sei klassische Jagd und man müsse sich auch um die Verwertung des Tieres kümmern, was natürlich und selbstverständlich dazu gehöre. sam