Druckartikel: Nein zur Stromtrasse

Nein zur Stromtrasse


Autor: Fränkischer Tag

, Mittwoch, 05. August 2026

TenneT stellt die Pläne für den Ausbau des Umspannwerks in Redwitz vor
Im Umspannwerk Redwitz muss ein aufwendiger Ersatzneubau erfolgen.Thomas Micheel


Eine umfangreiche Sitzung hatte der Gemeinderat Redwitz abzuarbeiten. Im Mittelpunkt standen der Netzausbau und die damit verbundenen Maßnahmen am Umspannwerk.

Eingangs informierten Daniela Schwerdfeger und Alexander Chambour von Tennet über den Netzentwicklungsplan Strom 2025 bis 2037/2045 und den geplanten Ersatzneubau des Umspannwerks Redwitz. Die Anlage stammt aus den 70er Jahren und entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Deshalb soll sie schrittweise modernisiert werden. Dabei werden auf dem bestehenden Gelände neue Anlagenteile errichtet und die vorhandene Technik nach und nach ersetzt.

Aufgrund verschiedener Netzausbauprojekte muss zudem die sogenannte Kurzschlussfestigkeit erhöht werden. Das bedeutet, dass die technischen Anlagen künftig stärkeren und häufiger auftretenden Stromspitzen standhalten müssen, ohne beschädigt zu werden.

Den Ersatzneubau könne man sich wie eine „Operation am offenen Herzen“ vorstellen, erläuterte Alexander Chambour. Die Arbeiten seien besonders anspruchsvoll, da das Umspannwerk während der gesamten Bauzeit in Betrieb bleiben müsse. Deshalb ist ein langer Bauzeitraum von 2030 bis 2037 vorgesehen.

Anschließend befasste sich der Gemeinderat mit dem zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2037/2045. Zu diesem können Behörden und Öffentlichkeit noch bis zum 24. August 2026 im Rahmen eines Konsultationsverfahrens Stellung nehmen.

Neben dem Ersatzneubau des Umspannwerks betrifft die Gemeinde Redwitz eine weitere im Netzentwicklungsplan genannte Maßnahme: den Bau einer neuen 380-kV-Leitung entlang der bestehenden Trasse zur Anbindung eines geplanten Umspannwerks im Raum Weidhausen, Marktgraitz und Marktzeuln.

Viele Gründe dagegen

Hierzu hatte das Gremium zahlreiche Fragen. Schließlich beschloss der Gemeinderat , eine Stellungnahme an die Bundesnetzagentur zu senden, in der eine weitere 380-kV-Leitung auf Redwitzer Gemeindegebiet abgelehnt wird. Begründet wird dies mit dem hohen Flächenbedarf, den dauerhaften Auswirkungen auf das Landschaftsbild sowie möglichen Belastungen für Natur und Bevölkerung.

Die Gemeinde verweist darauf, dass sie mit dem bestehenden Umspannwerk und mehreren Höchstspannungsleitungen bereits heute einen erheblichen Beitrag zum Gelingen des Netzausbaus und der Energiewende leistet. Eine zusätzliche Leitung sei deshalb nicht vertretbar. Aus Sicht der Gemeinde würde zudem eine neue Paralleltrasse keinen ausreichenden Abstand zur bestehenden Wohnbebauung und zu möglichen künftigen Bauflächen in der Unteren Flur gewährleisten.

Sollte eine weitere Leitung dennoch erforderlich sein, soll nach Auffassung der Gemeinde die Möglichkeit einer Pilotierung als Erdkabelprojekt geprüft werden. Außerdem soll in die Stellungnahme aufgenommen werden, dass eine mögliche Erweiterung des Umspannwerks nicht in Richtung des Ortes Redwitz erfolgen darf.