Fränkischer Frohsinn
Autor: Dieter Radziej
Altenkunstadt, Dienstag, 16. November 2021
Auftritt Mit Jörg Kaiser gastierte diesmal ein bekannter heimischer Künstler beim Kulturverein von Altenkunstadt.
Der Kulturraum der Synagoge bot auch akustisch einen bestens geeigneten Rahmen für Jörg Kaiser „Kaiser’s Schmarren“ – und er fühlte sich schon bei seinem Programmeinstieg unter den „Altenkuschtern“, wie er in Mundart anmerkte, gleich recht wohl. Fränkischer Frohsinn vom Feinsten eben.
Zunächst wandte sich Kaiser ein klein wenig den Sitten und Gebräuchen zu und leitete zur aktuellen Jahreszeit mit den Weihnachtsmärkten über, wobei er ein Thema aufgriff, das hier besonders in den Familien für Gesprächsstoff und Diskussionsbedarf sorgt: der „Weihnachtsbaumkauf“. Köstlich dabei schon im Vorfeld die Erlebnisse in einer Christbaumkultur, als alle Anstrengungen unternommen werden, den Kaufanreiz für eines dieser Bäumchen zu wecken. Anschließend bereitete es dem Publikum einen Heidenspaß, als es die Kommentare der Familienangehörigen – nicht selten kamen eigene Erinnerungen und Erlebnisse auf – zum Weihnachtsbaum gab, als dieser letztendlich aufgestellt wurde.
Mit dem einzigen Satz „Was soll ich dir denn schenken?“, der in schöner Regelmäßigkeit immer wieder aufkommt, war dann alles zu den Weihnachtsgeschenken gesagt. Jörg Kaiser versetzte sich dabei in die Rolle eines Mannes, der Damen-Unterwäsche als die besondere Weihnachtsüberraschung ins Blickfeld gefasst hat, und begleitet dabei seinen männlichen Artgenossen durch die Einkaufswelt mit ihren vielen Erlebnissen und Kommentaren.
Treffend auch die Überleitung zu einem markanten Fest , der fränkischen Kirchweih , wobei Jörg Kaiser einmal die Eindrücke beim Besuch der Angehörigen , die man natürlich schnell wieder los werden wollte, schilderte. „Schön, dass ihr da wart“, lautete gleichsam der markante Satz, um dem „Abschiednehmen“ irgendwie doch noch einen freundlichen Abgang zu verleihen.
Von Radler bis Unkraut
Natürlich bot die November-Zeit Gelegenheit, um vielfältige Erinnerungen zu wecken und Gedanken aufkommen zu lassen. Naheliegend auch der 6. Januar, wobei Jörg Kaiser das „Stärk antrinken“ an einem Stammtischabend beleuchtete und dann einen Familienalltag schilderte. Die Haare sträuben sich, wenn er selbst einmal einen Wirtshausbesuch vornimmt und am Nebentisch miterleben muss, wie ein Gast ein „alkoholfreies saures Radler“ bestellt; sein Kommentar dazu: „Ein mit Wasser gestrecktes Bier.“