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Die erste Kerze entzündet


Autor: Roland Dietz

Weismain, Mittwoch, 04. Dezember 2024

Es war ein tolles Zusammenspiel aller zum Beginn der Adventszeit: Da war einmal das Adventseinläuten – diesmal am Rolandsbrunnen. Im Anschluss gab es einen Kinder- und Jugendlichtergottesdienst in...
Die Kinder der Kita-Zeit beim Auftritt zum Weismainer Adventseinläuten


Es war ein tolles Zusammenspiel aller zum Beginn der Adventszeit: Da war einmal das Adventseinläuten – diesmal am Rolandsbrunnen. Im Anschluss gab es einen Kinder- und Jugendlichtergottesdienst in der Pfarrkirche und die Ausstellung der Weismainer Krippenfreunde mit Verlosung einer selbstgebauten Krippe im ehemaligen Hotel „Zur alten Post“.

Das Adventslied „Macht hoch die Tür die Tor macht weit“ zog sich dabei über die ersten beiden Veranstaltungen. Gut gefüllt war der Weismainer Marktplatz vor dem Rolandsbrunnen, als der Posaunenchor mit dem Choral „Tochter Zion freue dich“ das Adventseinläuten musikalisch begann. Es sei schön, dass gleich die Glocken in Weismain die Vorbereitungszeit bis zur Geburt Christi einläuten werden, sagte Diakon Reiner Daum. Dies sei nicht allen Menschen vergönnt, besonders jenen nicht, die in Angst und Schrecken vor Krankheit, Krieg, Hunger und Gewalt in die nahe Zukunft blicken.

Ökumenische Vorbereitungsfeier

Nach dem Choral „Macht hoch die Tür“ war das herrliche Glockengeläut von St. Martin weit über den Marktplatz zu hören. Pfarrerin Claudia Jobst ging bei der ökumenischen Vorbereitungsfeier auf die Geschichte eines kleinen Jungen ein, der geschickt und liebevoll ein selbstgemaltes Bild in die politische Haft zu seinem Vater schmuggelte. Dies sollte allen Menschen Mut und Zuversicht geben, war ihre Meinung. Auch Gott bringe seine Botschaft so in die Welt hinein, die oft nicht sichtbar sei. Aber mit ihrem ungerechten Handeln sperrten ihn die Menschen oft aus. Gott schaue auf uns in Verborgenheit. Durch gutes Tun und Handeln könne jeder die Welt heller erleuchten lassen.

Lied über die Lichter der Sterne

„Auf dieser Erde leuchten die Lichter der Sterne“ sangen dazu die Kinder der Kita-Zeit und ihre Leiterin Elfriede Bienlein. Als einen wichtigen Impuls zur Zeit sah Bürgermeister Michael Zapf die Vorbereitung auf Weihnachten. Zeit, in sich zu gehen und Zeit in Ruhe mit der Familie zu verbringen. Ein Oh und Ah der zahlreich erschienen Bürger war zu hören, als die Lichter des wunderschönen Baumes eingeschaltet wurden.

Mit einem Zusammenspiel von Organist Udo Dauer und der Weismainer Blasmusik begann im Anschluss der Gottesdienst in der nur mit Kerzenlicht erleuchteten Pfarrkirche St. Martin. Die Frage „In Ruhe oder Hektik – wie wollen wir unsere Zeit in Richtung der Geburt Jesu verbringen?“ stellt Pfarrer Christian Montag. Gott lade alle ein, mit den Lichtern des Advents durch diese Zeit zu gehen, sagte er.

An einer übergroßen Baumwurzel, die den Sinn des Lebens symbolisiere, wurde vor dem Seitenaltar von Ministrant Leon Eitzenberger die erste Adventskerze entzündet. „Wir sagen euch an den lieben Adven“, war das passende Lied dazu.

Um Angst ging es im Evangelium. Wer sich zu viel Sorgen mache, merke nicht, dass die neue Welt anfange. Doch wer ab und zu still werde, der merke: Jetzt fängt die neue Welt von Gott an.

Pfarrer Montag zeigte in einem Gedicht von Max Bollinger auf, was Kindern und selbst Erwachsenen Angst machen könne. Angst sei ein Begleiter des Lebens. Vertrauen auf Mitmenschen, ein Mut machendes Gebet, oder das Entzünden einer Kerze im Familienkreis seien sinnvolle Punkte auf einer Angstfresserliste, meinte Pfarrer Montag. Der Advent und die Vorbereitung auf Weihnachten seien geeignet, eine solche Liste zu führen.

Kerzen und Süßigkeiten sollen Angst nehmen

Als Geschenke erhielten die Kinder je eine Kerze für zu Hause, ein kurzes Gebet in Kreuzform und eine kleine Süßigkeit gegen die Angst . Über seine eigenen Ängste sagte der Pfarrer , dass er früher wohl oft Angst gehabt haben müsse, die er offenbar mit Essen und Naschen bekämpfte. Mit der „Festmusik“ von Richard Wagner endete die Einstimmung zum Advent. rdi