Der Rufbus ist eine Institution im Landkreis
Autor: Fränkischer Tag
, Dienstag, 07. Juli 2026
Befördern die Busse im Stadt- und Landkreis Lichtenfels nur „heiße Luft“? Mit dieser Frage beschäftigt sich derzeit eine Fahrgastzählung, die laut Landrat Christian Meißner (CSU) im Juli durchgeführt wird. Ergebnisse stehen noch aus.
Im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung stand jedoch der Bedarfsverkehr, der Rufbus. Seit dem 1. September 2025 ist er auf 22 Linien unterwegs und kann per App, Telefon oder barrierefrei per E-Mail gebucht werden. „Der Rufbus soll vor allem an Wochenenden, in den Abendstunden und während der Ferienzeiten zum Einsatz kommen“, erklärte Markus Köhlerschmidt. Die Bilanz fällt positiv aus: „Man kann ihn inzwischen als Institution bezeichnen“, sagte Köhlerschmidt.
Tatsächlich stieg die Abrufquote (AQ) auf vielen Linien gegenüber 2024. Besonders stark genutzt werden die Linien 1211 (50,6 auf 53 Prozent), 1212 (57,2 auf 77,2 Prozent) und 1240 (44,3 auf 62,6 Prozent). Mit Ausnahme des Linienbündels 3 nahmen sowohl die Zahl der Fahrten als auch der beförderten Fahrgäste zu. Bei den Stadtbuslinien sticht die Linie 1201 mit einer AQ von 56,12 Prozent hervor. Insgesamt erreichten 2025 bereits 13 Linien eine Abrufquote von mindestens zehn Prozent. Damit werden 59 Prozent der Linien besser genutzt als ursprünglich kalkuliert. Dennoch mahnte Köhlerschmidt: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht Opfer unseres Erfolgs werden.“ Denn mit steigenden Fahrgastzahlen wachsen auch die variablen Betriebskosten des Rufbussystems.
Ein weiteres Thema der Sitzung war die Vorstellung des Technologie-Transferzentrums (TTZ) durch dessen Geschäftsführer Johannes Schütz. Derzeit befindet sich der Standort noch in der Angerstraße in Bad Staffelstein. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten soll das TTZ jedoch in die Kirschbaummühle nach Lichtenfels umziehen. Der zusätzliche Platz wird dringend benötigt, denn aktuell arbeiten dort bereits 19 wissenschaftliche Mitarbeiter sowie vier wissenschaftliche Unterstützer. „Wir behelfen uns mit Homeoffice-Regelungen, damit alle einen Arbeitsplatz haben“, erklärte Schütz.
TTZ ist ein Erfolg
Dass das TTZ in der Region auf großes Interesse stößt, belegen auch die bisherigen Erfolge. Die Aufbauphase des Zentrums läuft von November 2023 bis Oktober 2028. In diesem Zeitraum soll sich das TTZ langfristig selbst tragen und die Förderung in Höhe von vier Millionen Euro durch eigene Projekte erwirtschaften.