Mit etwa 40 Kilogramm Plastikverpackungen pro Kopf und Jahr gehört Deutschland zu den traurigen Spitzenreitern beim Verbrauch von Plastik - im Meer schwimmen mittlerweile mehr Kunststoffpartikel als Plankton - Grund für die Kreisgruppe Lichtenfels des Bundes Naturschutz (BN), wieder zum "Plastikfasten" aufzurufen.

"Zwar wurden in Deutschland im Jahr 2019 etwa zwei Milliarden Plastiktüten weniger verbraucht als noch 2016. Die gesamte Kunststoffabfallmenge ist jedoch weiter gestiegen und lag in Deutschland bei circa 6,3 Millionen Tonnen, wovon 5,4 Millionen Tonnen durch private und gewerbliche Endverbraucher verursacht wurden. Ein Großteil landet leider im Restmüll und wird dort verbrannt oder achtlos an Wegrändern und Gewässerufern weggeschmissen", sagt Ute Hauptfleisch von der BN-Ortsgruppe Lichtenfels .

Darum ruft der BN Lichtenfels zum "Plastikfasten" auf, um den Plastikmüll weiter zu verringern, und gibt hier Tipps, wie der Verbraucher in den kommenden Wochen der christlichen Fastenzeit ganz bewusst auf die Verwendung von unnötigen Plastikverpackungen verzichten kann.

Pfandglas statt Plastikbecher

"Kochen Sie doch in der kommenden Zeit mal absichtlich mehr und packen Sie die Reste am nächsten Tag für die Arbeit ein, um auf To-go-Produkte verzichten zu können. Denn damit sparen Sie jede Menge unnötigen Verpackungsmüll ", rät Günther Scheler, BN-Delegierter aus Schney.

Das Motto der BN-Schatzmeisterin Elfriede Fischer lautet: "Pfandglas statt Plastikbecher - die meisten Milchprodukte gibt es mittlerweile in Pfandgläsern. Das vermeidet Plastikmüll , und die Gläser können immer wieder verwendet werden, übrigens auch zur Lagerung von Eingemachtem und Resten zu Hause." Gleichzeitig empfiehlt sie Mehrweg- statt Einwegverpackungen : "Bei allen Getränken wie Säften und Softdrinks gibt es in der Regel die Option, Mehrwegflaschen anstelle von Einwegflaschen oder -verpackungen zu kaufen. Und trinken Sie Wasser aus der Leitung! Da sparen Sie nebenbei auch noch Geld und das mühselige Schleppen der Behälter."

BN-Kreisgruppenvorsitzender Anton Reinhardt weiß, wovon er spricht, wenn er rät: "Liebe Verbraucher: Kauft echtes Brot ! In Plastik eingeschweißte Aufbackbrötchen und Brotscheiben haben mit echtem Brot nicht viel zu tun. Sie sind in der Regel industriell gefertigt, künstlich haltbar gemacht und enthalten nicht selten gentechnisch veränderte Enzyme. Zum Transport nach Hause leisten die mitgebrachten Stofftaschen gute Dienste, um auch hier wiederum Müll zu vermeiden."

Auf zusätzliche Plastiktüten verzichten

Günter Lutz von der BN-Ortsgruppe Lichtenfels schüttelt den Kopf: "Es ist absurd: Die einzigen unverpackten Lebensmittel , die es im Supermarkt noch gibt - Obst und Gemüse - sollen wir in manchen Supermärkten auch noch in einzelne Plastiktütchen packen. Achten Sie in den kommenden Fastenwochen ganz gezielt auf den Verzicht auf zusätzliche Plastiktüten und verwenden Sie dauerhaft verwendbare Körbe, Klappkisten oder wiederverwendbare Stoffbeutel beim Einkaufen." Und Ute Hauptfleisch ergänzt: "Neben der Vermeidung von Plastik ist es auch von großer Wichtigkeit, Müll in der Landschaft regelmäßig einzusammeln und sachgerecht zu entsorgen, so wie es vom BN und zahlreichen anderen Vereinen und Organisationen bereits seit langem getan wird. Durch Corona hat sich diese Problematik leider dramatisch verschlechtert, und jeder ist aufgerufen, einen Teil dazu beizutragen, dass der massive Plastikmülleintrag in die Natur verringert wird. Probieren Sie es einfach in den kommenden Wochen aus, Sie werden feststellen, dass es keiner großen Mühe bedarf und das Gefühl vermitteln kann, ein klein wenig Gutes für die Umwelt getan zu haben."

Weitere Informationen gibt es beim BN-Umweltbüro Lichtenfels , Coburger Straße 16 in Lichtenfels , Telefonnummer 09571/2586. red