Bei Rettung aus dem Eis zählt jede Minute
Autor: Roland Dietz
Burgkunstadt, Dienstag, 26. Januar 2021
Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft Burgkunstadt und die Wasserwacht Ebensfeld probten den Ernstfall. Die DLRG gibt einige dringende Tipps für die Sicherheit und versucht, die Bürger für die Gefahren, die zugefrorene Gewässer mit sich bringen, zu sensibilisieren.
An einem See in Bad Staffelstein hat sich wieder einmal gezeigt, wie wichtig die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft ( DLRG ) Burgkunstadt oder die Wasserwacht Ebensfeld auch im Winter sein können. Dort wurde bei einer Rettungsübung nach einer vermissten Person, die möglicherweise auf einem der Seen eingebrochen war, mit 110 Rettungskräften gesucht. Mit dem Eisrettungsschlitten suchte die Wasserwacht Ebensfeld den Ostsee nach der genannten Person ab.
In einem Gespräch meinte dazu der technische Leiter der DLRG Burgkunstadt , Thomas Schneider , dass man immer wieder sehen könne, dass "die Sache mit dem Wasser " nicht nur im Sommer gefährlich sein kann. Das Wichtigste sei jedoch, dass die Gerätschaften zur Rettung vorhanden sind und von den Rettern beherrscht werden. Die DLRG Burgkunstadt verfüge über einen Eisrettungsschlitten, mit dem es möglich sei, eingebrochene Personen zu retten. Dazu begebe sich ein Retter mit dem Gerät aufs Eis und ziehe den Verunfallten auf den Schlitten. Die anderen Kräfte sicherten mit Leinen vom Ufer aus und zögen Retter und Opfer zurück an Land.
Eine trügerische Gefahr
Die Rettungstaucher aus Burgkunstadt standen bei der zunächst unübersichtlichen Situation in Bad Staffelstein auf Abruf bereit. Sicher seien Übungen in der Corona-Pandemie schwierig durchzuführen, dennoch gelte es immer wieder, auch vom Kopf her für derartige Einsätze sensibilisiert zu sein, erläuterte Schneider. "Denn jede Minute zählt." Der Frost in den winterlichen Nächten bringe bei gefrierenden Seen immer eine trügerische Gefahr für viele Menschen mit sich. Gerade dann mache die DLRG stets darauf aufmerksam, Vorsicht walten zu lassen, denn oft sei die Eisfläche noch nicht tragfähig.
Die einfachste Regel sei, Eisflächen auf Gewässern überhaupt nicht zu betreten. Die winterliche Natur lasse sich auch am sicheren Ufer genießen.
Grundsätzlich gibt die DLRG einige dringende Tipps für die Sicherheit: Wichtig ist es, erst viele Tage mit richtig starkem Nachtfrost abzuwarten, bevor man eine Eisfläche betritt. Bei Seen sollte die Eisdecke mindestens 15 Zentimeter stark sein, damit das Eis betreten werden kann. Dazu sind ein bis zwei Wochen lang durchgehende Minusgrade erforderlich.