Anette Schreiber

Herbert Zweig aus Sassanfahrt ist an einem Stand fündig geworden: Er hat eine Kutsche erstanden. Lissy Brahmann von der Pferdepension Rothof freut sich, dass eine Einstellerin von hier ein Kutschenpferd geliefert bekommt. Händler Thomas Hörl wiederum hat eine Tinkerstute in die Nähe von Mürsbach verkauft. An den Ständen müssen Kartoffeln nachgeordert werden, auch bei den Brötchen für Würste und Steaks gibt's kurzfristig Engpässe; dafür aber überall Unterhaltung und Treffen von Pferdeleute. Fazit: Auch bei diesem Pferdemarkt am Sonntag sind Beschicker und Besucher wohl wieder auf ihre Kosten gekommen.
"Das Wetter war ein Schauspiel", stellt Veranstalter Stefan Schmittlutz trocken fest. Bis auf kleinere Schauer hat es das bunte Treiben nicht beeinträchtigt. Massen von Müttern mit ihren Familien aus der näheren und weiteren Umgebung haben wieder den Weg in den idyllischen Itzgrundort gefunden. Muttertag ist eben gesetzter Pferdemarkttag. Seit über 25 Jahren.
An die Anfänge erinnert sich unter anderem Stefan Veh aus Sugenheim. "Mein Vater war von Beginn an dabei und hat anfangs seine Sachen auf Bierbänken angeboten." Aus einem Stand sind inzwischen an die 20 geworden. Man ist einfach dabei, auch um in der Szene bekannt zu werden, erklärt Veh.
Ebenso wie der Mürsbacher Pferdemarkt am Muttertag inzwischen Tradition ist, verhält es sich mit der Ausfahrt des Kutschenvereins Bamberg am Marktvortag (Samstag). "20 Gespanne waren hier", bilanziert Franz Schmittlutz. "Die Attraktion war dabei das Eselgespann aus Hirschaid", berichtet Schwiegertochter Anita begeistert. Für Begeisterung bei den Besuchern sorgt seit vergangenem Jahr Martin Bühler aus Heldburg. Denn er ist der Exot bei den Anbietern von Vierbeinern. Selbst den Zwergeseln stehlen sie die Schau: Alpakas und Lamas. "Es sind die großen Augen", weiß er um das, was die Besucher an den Tieren besonderes anzieht. 40 Tiere hat er daheim, verrät er geduldig. "Aber einzeln darf man so ein Tier nicht halten." Nun ja, gleich mit zwei solchen Wuscheln nach Hause kommen ist wohl nicht jedermanns Sache. "Mir geht es darum Interesse zu wecken", erklärt Bühler. Das gelingt ihm.


Lange Nacht

Viel Interesse bringt die kleine Anna Schmittlutz nicht mehr auf. Oma Renate Schwind fährt ihre dreijährige Enkelin im Wagen rum. "Die Nacht vorher war fürs sie recht lang." Da wollen die Eltern kein Risiko eingehen und verschieben den Auftritt mjt Pony Elvis im Schauprogramm auf einen anderen Markt.
"Ein richtiges Party-Tier" hingegen scheint schon jetzt der erst fünf Wochen alte Leonard. Im pulsierenden Marktgeschehen wird er richtig ruhig. So kann Mama Caro Kirchner ihn bei der Kuchentheke "parken" und mal kurz aushelfen. Die Helfer sind extrem gefordert, der Ansturm will bewältigt sein. Alle, die am Hof ein Pferd stehen haben oder reiten, sind an der Helferfront im unermüdlichen Einsatz. Familie Schmittlutz sowieso. Für Oma Eugenie gab's zwischendurch sogar einen Blumenstrauß - "von einem Hirschaider Kutscher", wie sie verrät. Wieder mal ein schöner Muttertag. Auch für die Enkel, die an den Ständen auf ihre Kosten kamen.