Kurdirektoren tauschen sich aus
Autor: Redaktion
, Mittwoch, 27. Sept. 2017
Der Arbeitskreis Staatsbäderstädte traf sich zum Meinungsaustausch.
Markus Behringer
Zum 68. Mal fand die Tagung des Arbeitskreises Staatsbäderstädte am 25. und 26. September statt. Seit 1958 treffen sich die Vertreter deutscher Kurstädte und -Gemeinden an jährlich wechselnden Standorten, um die aktuelle Situation zu erörtern. 23 Staatsbäder gibt es aktuell in Deutschland, 15 waren in Bad Kissingen vertreten. Auf eine Stadtführung am Morgen folgte eine Besichtigung der KissSalis Therme, von deren Modernität sich die Teilnehmer sehr beeindruckt zeigten.
Unterschiede
Die Tagung dient vor allem dem Austausch. "Im Detail gibt es drastische Unterschiede zwischen den Kurorten. Der Vergleich ist sehr wichtig für uns Kurdirektoren, aber auch für die politischen Entscheidungsträger", betont Bad Kissingens Kurdirektor Frank Oette, der die Staatsbad GmbH Mitte nächsten Jahres aus privaten Gründen verlassen wird. Insgesamt ist die Stimmung positiv, obwohl die Zahl der Kurgäste vielerorts stetig sinkt. "Die Situation in den Staatsbädern hat sich seit den Reformen Ende des letzten Jahrhunderts etwas entspannt. Wir blicken auf stabile Zahlen. Mit dieser Badekultur sind wir einmalig im europäischen Raum", sagt Karl-Eugen Engler, Vorsitzender des Arbeitskreises und Bürgermeister der Kurgemeinde Badenweiler in Baden-Württemberg. Auch auf die vorteilhafte Zusammenarbeit mit den Ländern weist er hin: "Baden-Württemberg wie auch Bayern stehen noch zu ihren Staatsbädern. Natürlich haben Staatsbäder Probleme, die solche ohne staatliche Beteiligung nicht haben, das gilt aber auch umgekehrt." "Der Freistaat tut sehr viel, investierte zuletzt knapp das Doppelte des städtischen Jahresetats. Es gibt aber auch in Zukunft noch viel zu tun. Wo genau der Schuh drückt, wird in den nächsten Tagen noch besprochen", merkt Oberbürgermeister Kay Blankenburg mit Blick auf die kostspieligen Sanierungen des Luitpold- und Kurhausbads an, "das Kurwesen ist nichts Angestaubtes aus der Vergangenheit. Wir schreiben generell positive Zahlen und haben durch Vermarktung und Ausbau der Infrastruktur entsprechende Angebote geschaffen."Ein großes Problem, da sind sich alle Anwesenden einig, ist die aktuelle Arbeitsplatzsituation. Der Fachkräftemangel ist in der Branche allgegenwärtig. Das liegt nicht nur am demographischen Wandel und der Akademisierung der Fachkräfte. Für viele junge Menschen sind die Berufe in der Hotellerie aufgrund der Arbeitszeiten und der hohen Belastung unattraktiv. So räumt Oette ein: "Es ist schwer, gute Mitarbeiter zu bekommen. Aber es ist auch eine Anforderung an uns, neue Kräfte fachgerecht auszubilden."