Zuwachs fürs Stadtarchiv
Autor: Bayerische Rundschau
, Freitag, 06. November 2026
Archiv der Firma Backer-Bau liefert Einblicke in Kulmbach Stadtgeschichte
Die Geschichte der Firma Backer-Bau ist heute – mehr als 20 Jahre nach dem Niedergang des Traditionsunternehmens in Kulmbach noch auf Schritt und Tritt sichtbar. Denn die Sparkasse, die Kulmbacher Spinnerei, aber auch das Landratsamt, die Reichelbräu, Ireks, die Kläranlage, das Klinikum, die Tiefgarage und viele weitere Bauten, die jeder Kulmbacher kennt, hat das Unternehmen errichtet. Viele Bürger erinnern sich noch an die blau-weißen Mischautos und an das Firmenlogo.
Jetzt hat der einstige Firmenchef Richard Backer neun Alben mit Tausenden von Fotos und Dokumenten an das Archiv der Stadt Kulmbach überreicht.
Die Fotos machen Kulmbach Stadtgeschichte lebendig und erinnern an eine völlig andere Art des Bauens.
Auf einem Foto sind uralte amerikanische Lastwagen im Einsatz. „Das war, als die B85 gebaut wurde“, schildert Richard Backer. In der Kulmbacher Innenstadt rückten die Arbeiter 1955 und 1956 zum sechsten Bauabschnitt der Kanalisation an. Und bei der Reichelbräu war Backer-Bau über viele Jahre auf der Baustelle. Die Aufnahmen aus dem Firmenarchiv zeigen, wie sich Kulmbach verändert hat.
Backer-Bau war führend
Mit einem Handschlag besiegelten Richard Backer, der frühere Chef des Bauunternehmens, und Oberbürgermeister Ralf Hartnack die Übergabe. Während Mark Andrae, Sachgebietsleiter des Stadtarchivs, in den bislang öffentlich unzugänglichen Unterlagen blätterte, erzählte Backer, was hinter den Bildern steckt. Für Hartnack, der selbst Bauingenieur ist, liegt der Wert des Bestands gerade darin, dass sich anhand der Fotos und Pläne nachvollziehen lässt, wie Gebäude entstanden sind, die viele Kulmbacher bis heute kennen. Das sei „von unschätzbarem Wert“, sagte er. Den Urgroßvater von Richard Backer würdigte Hartnack als Visionär.