Die zeitgenössische Ausstellung des Bunds Fränkischer Künstler war ein voller Erfolg . Das sagte Vorsitzende Magdalena Franz bei der Finissage in der Großen Hofstube. 952 Besucher hätten sich die zeitgenössischen Werke der 89 Künstler angeschaut. Vier der gezeigten 145 Werke hätten tatsächlich den Besitzer gewechselt. „Im Trend lagen wohl Bilder, bei denen die Farbe Rot dominierte.“

Clara Saß-Polz aus dem Landkreis Fürth fand für ihr Bild „Kreisend“ einen Liebhaber, Birte Maußner aus Eckental verkaufte ihr Werk „Spannungsfeld“. Auch die heimischen Aussteller Carmen Kunert aus Thurnau und Doris Bocka, die aus Kasendorf stammt und jetzt in Bindlach lebt, trafen genau den Geschmack des Publikums. Kunerts Triologie der Entfaltung in Rot kam ebenso gut an wie Bockas Hausimpressionen.

Im Mittelpunkt der Finissage stand allerdings Wort-Kunst. Der Literaturverein Kulmbach unter der Leitung von Karin Minet setzte sich mit den vielen Möglichkeiten auseinander, wie man sich Kunst nähern kann. Minet trug die Kurzgeschichte „Die Vernissage“ vor, in der sich Erwin für die Kunst interessiert, sein Freund eher fürs Buffet. Henry Kersting las „Nachtfieber“, Markus Ramming „Was bleibt“. Und Reinhard Witzgall betrachtete Kunst in fränkischer Mundart und sorgte mit seiner Geschichte „Weltweit erfolgreich “ für so manchen Lacher.

Den fulminanten Schlusspunkt der Finissage setzte Rüdiger Baumann mit einer Mischung aus schauspielerischer Darbietung und Lesung. „Was ist Kunst eigentlich?“ fragte er. Auf urkomische Weise hielt er so manchem Vorurteil den Spiegel vor.

Und am Ende stand die Erkenntnis: Die Fantasie macht die Kunst.