Verliert Kulmbach oder Coburg den Bundestagswahlkreis?
Autor: Bayerische Rundschau
, Mittwoch, 01. Juli 2026
Gehört der Bundestagswahlkreis Kulmbach 239, der die Landkreise Kulmbach und Lichtenfels sowie 19 Gemeinden des Landkreises Bamberg umfasst, bald der Vergangenheit an? Oder trifft es den Wahlkreis Coburg 237, dem die , die Landkreise Coburg und Kronach sowie die Gemeinde Geroldsgrün aus dem Landkreis Hof angehören?
Gewinnt Pfaffenhofen?
Ein Bericht einer unabhängigen Wahlkreiskommission lässt diese Befürchtung aufkommen. Der Wahlkreis Kulmbach, den die Abgeordnete Emmi Zeulner (CSU) vertritt, oder der Wahlkreis Coburg, dessen Abgeordneter Jonas Geissler ist, könnten bei der nächsten Bundestagswahl verloren gehen - voraussichtlich zugunsten eines neuen Wahlkreises im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm.
Es ist ein Vorschlag einer Wahlkreiskommission, die ihren Bericht zur Neueinteilung der 299 Bundestagswahlkreise vor wenigen Tagen veröffentlicht hat. Ein Bericht, der die Bevölkerungsentwicklung im Blick hat.
Der Bevölkerungsschwund in Oberfranken könnte hier negative Folgen haben. Denn während in Oberfranken die Zahl der Einwohner sinkt, steigt sie in Oberbayern.
Die Vorgabe, die allen Überlegungen zugrunde liegt: Im Bundesdurchschnitt leben in einem Wahlkreis rund 238.000 Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft. Und alle Abgeordneten, die direkt gewählt werden, sollen in etwa die gleiche Größenordnung an Wahlberechtigten vertreten.
Toleranzgrenzen verschärft
Es gibt Abweichungskorridore. Die wurden nun allerdings verschärft: Die Gesetzesänderung sehe vor, dass die Bevölkerungszahl eines Wahlkreises von der durchschnittlichen Bevölkerungszahl der Wahlkreise nicht um mehr als zehn Prozent (statt zuvor 15 Prozent) nach oben oder unten abweichen soll, heißt es in dem Bericht. Eine Neuabgrenzung sei nun zwingend, wenn die Abweichung mehr als 15 Prozent (zuvor 25 Prozent) beträgt.
Laut Kommission verfehlen Hof (minus 24 Prozent) und Coburg (minus 26) den Grenzwert deutlich, während Kreise in Oberbayern mehr als 20 Prozent über dem Schnitt liegen. Die Kommission sieht Handlungsbedarf. Einer der vier Wahlkreise in Oberfranken soll gestrichen, Oberbayern ein zusätzlicher Wahlkreis gewährt werden.