Druckartikel: Stillstand bei Bauruinen: Stadt sollte Kaufverträge modifizieren

Stillstand bei Bauruinen: Stadt sollte Kaufverträge modifizieren


Autor: Bayerische Rundschau

, Dienstag, 21. Juli 2026


Zum Artikel „Die Grünen wollen Studentencafé“ (BR vom 19. Juli) wird uns geschrieben:

Das Haus Waaggasse 2 hat die gleiche Historie wie andere Gebäudlichkeiten in Kulmbach: Frankengarage, Kulmbacher Spinnerei, demnächst ein Grundstück für ein B&B-Hotel.

Gibt es noch mehr solche Leichen im Keller? Sie alle gehören oder gehörten der Stadt Kulmbach und werden oder wurden verkauft an verschiedene Privatinvestoren, die zusicherten, für das Objekt einen Investor an der Hand zu haben, der das Objekt in einen nutzbaren Zustand versetzen beziehungsweise das Grundstück entsprechend bebauen werde.

Das Ergebnis ist bekannt, nichts passierte! Ein Rückkauf zum Beispiel des Gebäudes Waaggasse 2 würde die Stadt eine nicht unerhebliche Summe kosten, auch bei den anderen Objekten.

Sollte man nicht mal darüber nachdenken, wie man Kaufverträge gestalten kann/sollte, um zu verhindern, dass Investoren der Stadt das Blaue vom Himmel versprechen, was sie alles Gutes mit dem erworbenen Objekt tun werden und dann nicht umsetzen? Sie behalten das Objekt, investieren nichts und wollen nur vom Wertzuwachs profitieren. Da sollte ein Riegel vorgeschoben werden. Hat ein Verkauf stattgefunden und kein Investment passiert, sollte eine wertneutrale Rückabwicklung im Vertrag festgeschrieben werden.

Warum überhaupt verkauft die Stadt diese Objekte? Weil sie vor allem finanziell nicht in der Lage ist, das notwendige Investment zur Entwicklung/Aufarbeitung eines Objektes zu leisten.

Da ist die zitierte Äußerung von Stadtrat Olbrich richtig und nachvollziehbar, egal wer es macht, Hauptsache es wird saniert.

Die Forderung der Kulmbacher Grünen Stadträte, das Objekt Waaggasse 2 zurück zu kaufen, zu sanieren und für Studenten unter anderem als Wohnungen anzubieten, ist nicht zu Ende gedacht (fishing for compliments). Kein Student kann die erforderlichen Mieten für ein solches Objekt bezahlen, was bleibt, ist ein riesiges Finanzloch bei der Stadt.

Ralf Milbrad

Kulmbach