Speisen und Musik handgemacht
Autor: Bayerische Rundschau
, Dienstag, 30. Juni 2026
Im „Museumswinkel“ wird das Altstadtfest wie anno dazumal gefeiert. Darauf dürfen sich Gäste freuen.
Der Hintere Oberhacken rüstet sich für‘s Altstadtfest. Hier, im „Museumswinkel“, wird alles handgemacht: das Bier, die Würste und sogar die Musik! Kulmbachs ältester Stadtteil ist ein ganz besonderer Geheimtipp zum Fest - und hat eine lange Historie. Hier schlug das Herz der mittelalterlichen Stadt. Handel und Wandel prägten seit jeher dieses Quartier wie kaum ein anderes. Hier fand sich das Badhaus, die damalige Krankenstation und das Frauenhaus. Später die Wasser- und Limonadenfabrikation Türk, die Bettfedernreinigung Walberer, der weithin berüchtigte Flug- und Fahrschullehrer Arthur Meisel und der Elektrohandel vom Münchs Schorsch, dem „Vater des Kulmbacher Volksfestes“.
Ein illustres und fleißiges Völkchen, das all die Jahrhunderte den Hinteren Oberhacken besiedelte – reich an Ideen und Mutterwitz, beseelt von Schaffenskraft und Lebensfreude, das auch kräftig zu feiern verstand. Heute ist der Oberhacken begehrtes Wohnquartier der kurzen Wege, das den historischen Geist einer aufstrebenden Universitätsstadt spüren lässt.
Als Reminiszenz an die Ursprünge des Altstadtfestes, als viele Bewohner ihre Gäste noch teilhaben ließen an ihrer ganz persönlichen Lebensrealität, geht der „Museumswinkel“ heute seinen eigenen Weg. So haben sich die Eheleute Sigrid Daum-Sauermann und Bernhard Sauermann als Anwohner des Hinteren Oberhackens, auch nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Museumsbetrieb im Kulmbacher Mönchshof, spontan entschlossen, die Teilnahme am Altstadtfest privat weiterzuführen.
Insbesondere öffnen sie am Sonntagnachmittag zwischen 15 und 17 Uhr eines ihrer privaten Schatzkästlein für interessierte Besucher. Im ehemaligen Burggut der Lainecker, späterem Stammhaus der alteingesessenen Stückgarnfärberei Schüler + Co., richten sie seit Wochen mit viel Herzblut ihr ganz privates Familienarchiv ein. Zur großen Werkhalle gehört auch eine kleine Museumswerkstatt. Eigentlich wollten sie ihre Halle „nur mit ein wenig Farbe ein bisschen aufhübschen“. Hatten dann aber die Idee, die fast vergessene Emaillschilder-Sammlung aus Sauermanns Jugendzeit endlich wieder vom Dachboden zu holen und noch allerlei liebgewordene Erinnerungsstücke aus der väterlichen Wurstfabrik und der mütterliche Sandler-Bräu dazu zu trappieren: „Es ist kein öffentliches Museum, aber wer Interesse hat, kann gerne am Sonntagnachmittag mal reinschaun und ist herzlich willkommen – versprochen, das sieht man gewiss nicht alle Tage.“
Die historische Marktbude ist mittlerweile zur Rarität im Stadtbild geworden. Lediglich bei Spezialmärkten wie dem Kulmbacher Altstadtfest, ist sie bisweilen noch anzutreffen. Im Museumswinkel gleich in doppelter Ausführung: als Bratwurst- und als Getränkebude vor dem Sauermannschen Wohnhaus Oberhacken 42. Angeboten werden Rostbratwürste nach Sauermanns Art und Steaks vom Holzkohlegrill. In der „Getränkebude“ gibt es unter anderem den „Urtyp“ aus der Gläsernen Museumsbrauerei.
Am Sonntagnachmittag gibt es ein Angebot vor allem auch für Familien. Ab 15 Uhr musiziert Beka Gigauri bei Kaffee und Kuchen in der „historischen Werkhalle“ im alten Burggut, Oberhacken 23.
Der Wahlkulmbacher Beka Gigauri ist nicht nur Maler, sondern gibt seit vielen Jahren auch regelmäßig kleine Konzerte auf seinem Klavier – Jazz ist sein Faible. Er verspricht gute Unterhaltungsmusik, die er auf seine eigene Weise improvisiert.