„Social Media ist Segen und Fluch“
Autor: Bayerische Rundschau
, Dienstag, 04. August 2026
In der Welt der Ernährung halten sich hartnäckig Irrtümer – am Kulmbacher Campus wird das untersucht
Da gibt es die Wunderpille aus Fernost oder wahlweise das „Superfood“, das die Lebensgeister schneller munter macht, als die Milch es je zu tun vermocht hätte: In sozialen Medien verbreiten sich Fehl- und Desinformationen zur Ernährung rasant – und erreichen vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.
Das europäische Verbundprojekt „Food-Frames“ untersucht nun, wie stark junge Menschen in Europa solchen Inhalten ausgesetzt sind, wie sie damit umgehen und welche Folgen dies für ihre Ernährung und psychische Gesundheit hat.
Der Lehrstuhl für Public Health-Nutrition um Prof. Dr. med. Peter Philipsborn an der Universität Bayreuth erhält dafür mehr als 220.000 Euro vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.
Das Projekt am Campus Kulmbach ist Teil des bis 2029 laufenden Vorhabens, das mit insgesamt 2,6 Millionen Euro gefördert wird.
Früher gab es in Sachen Ernährungsmythen ein paar Klassiker wie: Bier auf Wein – das lass„ sein oder: Spinat enthält das meiste Eisen. Da gab es aber auch kein Social Media. Ist das heute eher Segen oder Fluch?
Peter Philipsborn: Ich würde sagen: ein Segen und ein Fluch. Auf Social-Media-Plattformen wie Instagram , Tiktok und YouTube finden sich viele sachlich fundierte, hilfreiche Informationen zu Ernährung und Gesundheit. Und sie bieten Menschen Möglichkeiten, persönliche Erfahrungen auszutauschen und Beziehungen zu knüpfen. Gleichzeitig sehen wir aber auch viele irreführende, einseitige oder schlicht falsche Inhalte, und auch viel Werbung für Ungesundes, die sich oft gezielt an Kinder richtet.
An welche Zielgruppe richten sich Ihre Forschungen?