Halbplayback bei vielen Hits
In Kulmbach tritt Chris de Burg solo auf, keine Band, die einen riesigen Sound auf die Bühne zaubern könnte, nur er, der Troubadour, seine Gitarre und ein E-Piano. Das heißt, die Songs erklingen so, wie er sie sich erdacht hatte. Und das sind eine ganze Menge, über 330 Lieder hat Chris de Burgh im Laufe seiner Karriere schon geschrieben. Ehrlicherweise muss man aber auch sagen, das bei vielen Titeln Halbplayback zum Einsatz kam. Band, Orchester, Chöre kamen vom Band, Chris de Burgh sang live dazu. Der Stimmung tat das keinen Abbruch.
Gleich am Anfang nimmt er sich selbst kräftig auf die Schippe und liest angebliche Fragen aus dem Publikum vor: „Lebt er noch?“, heißt es da, oder „Kann der überhaupt noch singen?“ Zugegeben, Christ de Burgh lebt schon auch von seinem legendären Ruf. Doch singen kann er. Bei seinen neueren Liedern dominieren klassische, bei älteren Liedern rockige Elemente. Die romantischen Balladen, mit denen er bekannt wurde, die spielt er alle.
Bei den älteren Stücken beweist der Meister des gefühlvollen Folkrocks, dass der Wandel der Zeit an dem mittlerweile 77-Jährigen scheinbar spurlos vorübergeht. „52 Jahre im Musik-Business, und ich bin immer noch da“, sagt er nicht ohne Stolz.
Und tatsächlich: Echte Pop-Klassiker wie „Don’t pay the ferryman“ oder wahre Hymnen wie „High on emotion” könnten nicht frischer klingen. Aber auch inzwischen zu Klassikern avancierte gefühlvolle Titel wie „Lady in red“ oder „Sailing away” die ihn in den 80er Jahren weltweit an die Spitze der Charts gebracht haben, bestätigen seinen Ruf als ungekrönter König des modernen Schmuse-Pop. Am Ende fanden sich viele vor der Bühne wieder, feierten und fotografierten den Star.
Pressefotos begrenzt
Letzteres blieb professionellen Pressefotografen verwehrt. Sie mussten nach den ersten drei Songs die Kameras wegpacken.
Geboren in Argentinien
Seit 1975 spielte sich der als Christopher John Davidson geborene Softrocker in die Herzen seiner Fans. Die bisherigen Alben des Popstars ohne Skandale verkauften sich weltweit inzwischen rund 50 Millionen Mal. Chris de Burgh konnte über 200 Gold- und Platinauszeichnungen entgegennehmen und gewann über 50 Awards.
Nach dem Konzert drückte er seinen Argentiniern fürs WM-Endspiel die Daumen. „Mein Herz schlägt für Argentinien“, sagte er, denn, man glaubt es kaum, der irische Barde wurde tatsächlich 1948 im argentinischen Venado Tuerto geboren.