Kai Fischer macht das Licht
Autor: Bayerische Rundschau
, Dienstag, 07. Juli 2026
Ein Blick hinter die Kulissen auf die teure Technik der Naturbühne Trebgast
Kai Fischer hat auf der Naturbühne den totalen Überblick. In mehrfacher Hinsicht. Von seiner Arbeitsloge aus - hinter und oberhalb der Zuschauerränge - hat er Einblick in jede Ebene und Ecke der Bühne. Neben ihm liegt das Manuskript des Stücks, das gerade gespielt wird und vor ihm das elektronische Steuerpult für die Beleuchtung der Bühne. Daneben und darüber vier Bildschirme, die anzeigen, was wo gerade in Betrieb ist.
Das sind aber nicht nur die zehn großen beweglichen Scheinwerfer, die unter dem Dach über dem Zuschauerraum hängen. Es gibt noch mehr einzelne Leuchten oder Lichtlein, die über die ganze Kulisse und je nach Stück auch in den Bäumen verstreut sind. Die sind jedoch nicht verkabelt, wie die großen Scheinwerfer, aber trotzdem steuerbar: per Funk.
„Insgesamt“, sagt Naturbühnen-Chef Sigurd Sundby, „haben wir dank Sponsoren bis jetzt wohl eine Viertelmillion Euro in eine neue Beleuchtungs- und Tonlage gesteckt. Dazu kilometerlang Kabel und Glasfaser unsichtbar verbaut. Alles ist jetzt mit LED, was uns zwar einiges gekostet hat, sich aber schnell amortisiert. Denn nach dieser Umstellung haben wir in einer Spielsaison so viel Strom eingespart, wie wir vorher in zwei Spielzeiten verbraucht hatten“.
Ist so viel technischer Aufwand nötig? Kai Fischer sagt dazu ganz klar „Ja. Wir machen ja nicht nur Licht an, damit die Leute bei Dunkelheit sehen, was gespielt wird. Wir sind Teil der Inszenierung und, wenn man es näher beschreiben will, wir sind für die jeweilige Stimmung zuständig. Tauchen die Bühne oder nur Teile davon in Farben, die die Handlung unterstreichen, oder setzen harte Spots auf bestimmte Personen, und machen auch mal richtiges Feuer“.
Mit „wir“ meint Fischer nicht nur sich selbst. Denn in der Regel ist die Technik mit zwei bis drei Personen besetzt: Er selbst für die Beleuchtung, noch jemand für den Ton und ein Dritter, wenn einzelne oder auch bewegte Bilder auf die Kulissen der Bühne projiziert werden sollen.
Das ist aber von Stück zu Stück verschieden. So kann die Bühne dann auch mal (optisch) in Flammen aufgehen oder irgendwelche Traumbilder auf den Felsen erscheinen - oder Theaternebel aus Felsritzen aufsteigen, wenn es besonders mystisch werden soll.
Das alles braucht jedoch Vorbereitungen, Absprachen und Ideen. Aber auch penible Planung, denn am Ende muss die ganze Anlage entsprechend programmiert werden, „was wir in Trebgast alles selbst machen“, sagt Kai Fischer nicht ohne Stolz. Denn in großen Schauspielhäusern gibt es dafür extra Spezialisten wie auch Inspizienten, die dann während der Vorstellungen die verschiedenen Szenenwechsel anweisen.