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Gesundheitskompetenz als Schlüssel für die Zukunft


Autor: Bayerische Rundschau

, Donnerstag, 16. Juli 2026

Rund 70 Vertreter aus Medizin, Gesundheitsförderung, Prävention, Beratung, Seniorenarbeit, Verwaltung und Ehrenamt entwickelten bei der Regionalen Präventionskonferenz im Landratsamt Kulmbach gemeinsam Ideen für Präventionsarbeit.Björn Karnstädt/Landratsamt


Wie kann Prävention im Landkreis Kulmbach künftig noch wirksamer gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich rund 70 Fachkräfte aus Medizin, Prävention, Gesundheitsförderung, Beratung, Seniorenarbeit, Verwaltung und Ehrenamt bei der Regionalen Präventionskonferenz im Landratsamt Kulmbach.

Eingeladen hatten das Gesundheitsamt Kulmbach sowie die Geschäftsstelle der Gesundheitsregionplus Landkreis Kulmbach. Unter dem Motto „Gesundheitskompetenz gemeinsam gestalten“ stand der Austausch über Strategien im Mittelpunkt, um Gesundheitsförderung und Prävention langfristig zu stärken und Menschen in allen Lebensphasen besser zu erreichen.

Die Regionale Präventionskonferenz ist Bestandteil des Bayerischen Präventionsgesetzes und wird vom Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention unterstützt. Ziel ist es, regionale Akteurinnen und Akteure zu vernetzen und gemeinsam nachhaltige Präventionsstrategien zu entwickeln.

Landrat Jonas Gleich hob die wachsende Bedeutung von Prävention angesichts der aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen hervor. „Jede Investition in die Gesundheit der Menschen ist zugleich eine Investition in die Zukunft unseres Landkreises. Prävention gelingt dabei nur gemeinsam – durch starke Netzwerke und engagierte Partner vor Ort.“

Damit griff der Landrat zugleich die Einschätzung der bayerischen Gesundheitsministerin Judith Gerlach auf, die Prävention im Sinne des „Health in All Policies“-Ansatzes als zentrale Zukunftsaufgabe bezeichnet.

Im fachlichen Teil stellte Ina Adamek, Leiterin der Geschäftsstelle der Gesundheitsregionplus, die Ziele des bayerischen Masterplans Prävention vor. Dieser verfolgt das Ziel, Gesundheitsförderung in allen Lebensbereichen nachhaltig zu stärken – von Bewegung und gesunder Ernährung über psychische Gesundheit und Suchtprävention bis hin zu Vorsorge, Impfungen und Maßnahmen zur Bewältigung der gesundheitlichen Folgen des Klimawandels. Prävention wird dabei als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden, die nur durch die Zusammenarbeit vieler Akteure gelingen kann.

Dass der Landkreis Kulmbach in diesem Bereich bereits seit Jahren wichtige Impulse setzt, zeigte der Rückblick auf die bisherigen Aktivitäten. Bereits seit 2020 beschäftigt sich der Landkreis intensiv mit der Förderung der Gesundheitskompetenz. Eine daraus entstandene digitale Dokumentation fand bundesweit Beachtung und wird inzwischen als Good-Practice-Beispiel im Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz geführt.

Geschäftsstellenleiterin Annekatrin Tauer erläuterte den erweiterten Begriff der Gesundheitskompetenz: „Sie bedeutet weit mehr, als Gesundheitsinformationen lesen zu können. Menschen müssen Informationen finden, verstehen, bewerten und schließlich im Alltag anwenden können. Genau hier setzen wir im Landkreis Kulmbach an – möglichst lebensnah, praxisorientiert und gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern.“

Während der Gesundheitskompetenzwochen wurde Gesundheitskompetenz anhand konkreter Lebensphasen und Umbruchsituationen betrachtet – von der frühen Kindheit über Schule, Ausbildung und Beruf bis ins hohe Alter. Dabei standen Präventionsketten über die gesamte Lebensspanne sowie gesundheitliche Chancengleichheit im Mittelpunkt.

„Unser Ziel ist ein engmaschiges Netzwerk, das Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen Orientierung gibt und passende Unterstützungsangebote bietet“, betonte Tauer.

Neue digitale Plattform

Das Präventionstool des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit stellte Sozialpädagogin Jennifer Schwarz vor.

Nach einer Austauschrunde arbeiteten die Teilnehmenden an mehreren Themenstationen weiter. Gemeinsam wurden bestehende Angebote und Netzwerke analysiert, Kooperationsmöglichkeiten diskutiert und neue Ideen für die zukünftige Präventionsarbeit entwickelt.

Amtsärztin Dr. Natasa Luz zog ein positives Fazit: „Der Austausch hat wertvolle Impulse geliefert. Nun gilt es, diese Erkenntnisse gemeinsam weiterzuentwickeln und konkrete Maßnahmen daraus entstehen zu lassen.“