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„Die Welt der Leuchtkäfer“: Kunst für den Artenschutz


Autor: Bayerische Rundschau

, Sonntag, 19. Juli 2026

Unser Bild von der Preisverleihung zeigt (von links) Jens Wagner, Eva Rundholz, Preisträgerin Susanne Scharf, Adriane Lochner von Love Nature Arts, Bayreuths Zweiten Bürgermeister Stefan Schuh und Preisträger Volker Bauer.Annika Natus


Mit einer feierlichen Preisverleihung im Kunst- und Kulturhaus Neuneinhalb fand der bundesweite Kunstwettbewerb „Die Welt der Leuchtkäfer“ seinen Höhepunkt. Insgesamt 206 Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland reichten Werke ein und setzten sich kreativ mit der faszinierenden Welt der Leuchtkäfer sowie den Herausforderungen des Natur- und Artenschutzes auseinander.

Besonders war dabei der wissenschaftliche Ansatz des Wettbewerbs: Statt Leuchtkäfer allgemein darzustellen, sollten sich die Künstlerinnen und Künstler mit einer konkreten der weltweit mehr als 2600 Leuchtkäferarten auseinandersetzen und diese kreativ in Szene setzen.

Der LoNa-Artenschutzpreis (500 Euro) ging an die Grafikdesignerin Susanne Scharff für ihr Werk „Ein Sommernachtstraum“. Die Farbstiftzeichnung zeigt Kleine Leuchtkäfer als geheimnisvolle Waldgeister. Jury-Mitglied und freischaffende Künstlerin Monika Pellkofer würdigte die Arbeit mit den Worten: „Dieses Werk überzeugt nicht nur durch seine handwerkliche Qualität, sondern auch durch seinen feinen Humor und seine Leichtigkeit. Es weckt Sympathie für die dargestellten Tiere und berührt auf ganz natürliche Weise.“

Den LoNa-Wirkungspreis (300 Euro) erhielt Volker Bauer, Ranger im Unesco-Biosphärenreservat Rhön, für seine interaktive Skulptur „Hoffnungsschimmer – Wo Käfer leuchten, schlägt das Herz der Natur“. Die aus Kupfer und Holz gefertigte Arbeit zeigt ein Weibchen des Großen Leuchtkäfers (Lampyris noctiluca) und bezieht Besucherinnen und Besucher aktiv ein: Mit einem Kupferherz können sie das symbolische Herz der Natur zum Leuchten bringen. Durch das Drehen an einem Baumstamm, ähnlich wie Leuchtkäfer bei ihrer Partnersuche um Pflanzenstängel klettern, beginnt das Leuchtkäfer-Weibchen zu leuchten. Ein Spiegel macht die Betrachterinnen und Betrachter selbst zum Teil des Kunstwerks.

Jury-Mitglied und LoNa-Gründerin Adriane Lochner erklärt: „Eine sehr kreative Idee, gekonnt umgesetzt mit technischem Sachverstand. Die Verwendung von Naturmaterialien und die Mitmachkomponente verleihen dem Werk einen besonderen Charme und schaffen eine unmittelbare Verbindung zum Publikum.“

Der LoNa-Zukunftspreis (100 Euro) ging an den Naturfotografen Lars Beygang für sein Foto „Lichtspur im Wald“. Das Bild zeigt einen männlichen Kleinen Leuchtkäfer leuchtend im Flug. Eine Aufnahme dieser Art gilt als fotografisch besonders anspruchsvoll und erfordert die präzise Abstimmung verschiedener Kameraeinstellungen sowie zahlreiche Versuche.

Jury-Mitglied Stefanie Propp, Vorstandsmitglied des Naturgartenvereins Die Summer e.V., sagt: „Für eine Aufnahme wie diese braucht es viel Geduld, Ausdauer und technisches Können. Das Ergebnis ist eine außergewöhnlich stimmungsvolle und atmosphärische Fotografie.“

Die prämierten Arbeiten überzeugten durch ihre unterschiedlichen künstlerischen Ansätze und ihre Fähigkeit, Aufmerksamkeit für den Schutz von Arten und Lebensräumen zu schaffen. Die Entscheidung fiel der Jury jedoch nicht leicht: Aus insgesamt 206 Einreichungen wurden 30 Werke für die LoNa Selection ausgewählt. Sie alle zeichnen sich durch eine hohe künstlerische Qualität, einen fundierten biologischen Bezug und ein besonderes Potenzial aus, Menschen für Natur- und Artenschutz zu begeistern.

Bei einer Ausstellung in Bayreuth wurden 30 ausgewählte Werke ausgestellt. Die Schau zeigte die große Bandbreite der eingereichten Arbeiten, von Malereien, Zeichnungen und Kunstdrucken über Skulpturen, Lichtinstallationen und Filzarbeiten bis hin zu zeitgenössischen Objekten wie einem bemalten Skateboard oder einem Leuchtkäfer-USB-Stick. Das Interesse war groß: Zeitweise waren die Ausstellungsräume bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Werke werden demnächst zusammen mit einem Video der Veranstaltung auf der Website von Love Nature Arts online präsentiert.  red