CSU-Antrag: Kältekonzept beim Klimaplan mitdenken
Autor: Bayerische Rundschau
, Freitag, 17. Juli 2026
Die Stadtratsfraktion möchte, dass beim Wärmeplan die Kühlung gleich von der Bauverwaltung mitgeplant wird
Die Kulmbacher CSU-Stadtratsfraktion hat am Freitag einen Brief an den Oberbürgermeister Ralf Hartnack zum Thema „Kommunales Klimakonzept“ geschickt.
Die Verwaltung arbeitet demnach erfolgreich und zukunftsweisend an einem kommunalen Wärmeplan, dessen Abschlussbericht der Stadtrat voraussichtlich in der kommenden Stadtratssitzung verabschieden wird. „Hier sind wir auf einem guten Weg. Konkrete Maßnahmen haben wir sowohl im Stadtrat als auch im Werkausschuss ausführlich und ergebnisorientiert diskutiert“, heißt es in dem Brief. „Aktuell stellt sich aber die Frage, ob wir uns hier zu einseitig mit dem Thema auseinandersetzen. Die Anzahl der Hitzetage und Tropennächte nimmt zu. Dies hat unter anderem zur Folge: die gesundheitliche Belastung für ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke steigt; Wohnungen, Schulen, Kitas und Pflegeeinrichtungen überhitzen; die Aufenthaltsqualität in Innenstädten sinkt. Dies hat zur Konsequenz, dass früher die Wärmeversorgung im Vordergrund stand, jetzt wird allerdings die Versorgung mit Kälte/Erfrischung zunehmend Teil der Daseinsvorsorge“, stellt die CSU-Fraktion fest. Ein kommunales Kältekonzept ermögliche gemeinsame, energieeffiziente Lösungen statt vieler Einzelanlagen. Das spare Geld. Ein Kältenetz könne Investitionen bündeln, Betriebskosten senken, Unternehmen attraktive Standortbedingungen bieten, Krankenhäuser und Gewerbegebiete effizient versorgen, Förderungen gemeinsam und dadurch eventuell erfolgreicher beantragen.
„Gerade bei neuen Quartieren ist eine gemeinsame Kälteversorgung häufig günstiger als viele Einzelanlagen. Das konnten wir bereits beim Wärmeplan feststellen. Wir sind in Kulmbach in der glücklichen Lage, dass bereits viele Kältequellen vorhanden sind: der Main, Brunnen, Trinkbrunnen, Parkanlagen, Grundwasser etc.“, heißt es im CSU-Schreiben.
Ein Kältekonzept identifiziere lokale Ressourcen und reduziert den Energieverbrauch. Früher sei Wärme die zentrale Herausforderung der Energieversorgung gewesen. Heute müssten Kommunen Wärme und Kälte gemeinsam denken. Mit zunehmenden Hitzewellen werde nachhaltige Kühlung zu einem Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge. Ein kommunales Kältekonzept helfe, Gesundheitsrisiken zu reduzieren, Energie effizient einzusetzen, Stromnetze zu entlasten und die Kommune klimaresilient zu gestalten, sagt die Stadtratsfraktion.
„Die kommunale Wärmeplanung schafft bereits eine Datengrundlage mit Informationen zu Gebäuden, Energiebedarfen und Infrastruktur. Ein Kältekonzept kann auf diesen Daten aufbauen und den Planungsaufwand deutlich reduzieren. Dadurch entsteht eine integrierte Wärme- und Kälteplanung, die Synergien nutzt und langfristig wirtschaftlicher ist als eine getrennte Betrachtung“, erläutert Pfitzner im Brief und bittet im Namen der CSU-Fraktion, dass „die Bauverwaltung und die Stadtwerke diese Überlegungen mit einplanen und ein Gesamtkonzept erarbeiten soll“.