Brand-Prävention aus der Luft
Autor: Bayerische Rundschau
, Dienstag, 14. Juli 2026
In der Region herrscht aktuell eine hohe Waldbrandgefahr – es gibt wieder Beobachtungsflüge
Die Erkenntnis aus den letzten zehn Jahren ist erdrückend: Die Sommer in unseren Gefilden werden immer wärmer. Da macht auch das Jahr 2026 keine Ausnahme: Der Juni war bereits außergewöhnlich heiß. Der Deutsche Wetterdienst registrierte Rekordtemperaturen und überdurchschnittlich viele Sonnenstunden.
Die einen lieben dieses Klima und genießen die Wochen an Seen oder in der Badeanstalt, die anderen wagen erst dann einen Abstecher ins Freie, wenn die Temperaturen wieder abflauen. Wieder andere sind in der Luft unterwegs und prüfen akribisch, ob sie von oben einen Brand entdecken und alarmieren müssen. Ein solcher Beobachtungsflug fand am vergangenen Sonntag statt. Der Verfasser dieses Artikels war mit von der Partie.
Etwas mulmig war mir schon zumute, als ich mich auf die Rückbank der viersitzigen Cessna setzte. Doch Karl-Martin Fendt, Zweiter Vorsitzender der Luftrettungsstaffel Oberfanken-Ost und heutiger Einsatzpilot, nahm mir die innerliche Unruhe sofort: Nein, ich müsse mir keine Sorgen machen, auch wenn das Flugzeug schon einige Jahrzehnte alt sei.
Der 77-jährige Profi mit langer Praxis („ich habe sogar eine Buschlizenz“), fliegt seit 26 Jahren in der Rettungsstaffel und kommt gleich zur Sache: „Diese Flüge sind wichtig, denn sie können Leben retten und ersparen zudem dem Freistaat und den Versicherungen viel Geld.“ Er sei zum Beispiel auch schon bei Verkehrsunfällen solange in der Luft gekreist, bis Hilfe am Boden eingetroffen war.
Bayern finanziert (als einziges Bundesland in Deutschland) diese Flüge, wohl seit ein Ex-General einst die Idee dazu hatte. Aber er sagt auch: „Ohne Ehrenamt geht hier nichts.“ Fendt hat eine Sonderlizenz vom Innenministerium erhalten und unterzieht sich jährlichen Gesundheits- und fliegerischen Checks. „Passt das Ergebnis nicht, ist Schluss“, sagt er. Sein Alter sieht man ihm nun wirklich nicht an.
Zunächst geht es vom Flugplatz in Bindlach nach Hof, um dort zu tanken. Warum nicht in Bayreuth? „Der Sprit ist dort billiger.“ Tja, Geld und Ehrenamt...
Mit an Bord ist der ausgebildete Luftbeobachter Tobias Fell, im Hauptberuf Feuerwehrmann bei der Ständigen Wache der Feuerwehr Bayreuth und heute von der Regierung von Oberfranken eingesetzt. Die Strecke führt zunächst über Kulmbach und Kronach sowie die Ködeltalsperre bis nach Südthüringen. Das Ganze bei einer Abfluggeschwindigkeit von 140 km/h und einer normalen „speed“ von 230 km/h. Ein Vierzylinder mit 180 PS schafft das.