25 Jahre Armeemuseum: Neues Buch ist mehr als eine Festschrift
Autor: Bayerische Rundschau
, Dienstag, 04. August 2026
Es wiegt über zwei Kilogramm, umfasst mehr als 400 Seiten und steckt voller Geschichte: Mit dem Band „25 Jahre Armeemuseum Friedrich der Große auf der Plassenburg ob Kulmbach“ stellten die Freunde der Plassenburg e.V. am Montagabend im Saal der Kulmbacher Kommunbräu Band 59 der Schriftenreihe „Die Plassenburg“ vor.
Was zunächst wie eine klassische Jubiläumsschrift wirkt, entpuppt sich als wissenschaftliches Nachschlagewerk, Museumskatalog und reich bebilderte Dokumentation zugleich. „Ich war sofort fasziniert von der Aufmachung, dieser Mischung aus Katalog und wissenschaftlichem Werk“, sagte Oberbürgermeister Ralf Hartnack (WGK). Das Buch mache Lust darauf, nicht nur das Museum, sondern auch die Plassenburg selbst zu besuchen.
Seit 1999 befindet sich das Armeemuseum Friedrich der Große auf der Plassenburg. Aus der privaten Sammlung von Bernd Windsheimer mit etwas mehr als 400 Exponaten entwickelte sich in einem Vierteljahrhundert eine Spezialsammlung von internationalem Rang. Heute umfasst das Museum rund 1400 Objekte und dokumentiert schwerpunktmäßig die preußische Armee des 18. Jahrhunderts, bezieht aber auch deren bedeutende Gegenspieler wie Österreich, Frankreich und Russland ein.
Peter Weith, Vorsitzender der Freunde der Plassenburg, bezeichnete den Band als weit mehr als eine Festschrift. Er verbinde Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln und dokumentiere zugleich 25 Jahre Museumsgeschichte.
Das Buch gliedert sich in drei große Bereiche. Den Auftakt bildet ein Beitrag Bernd Windsheimers zur Entstehungsgeschichte des Armeemuseums. Im zweiten Teil werden erstmals sämtliche Vitrinen des Museums mit Stand 2024 in Wort und Bild vorgestellt – quasi ein „Museum zum Mitnehmen“, wie es Peter Weith nannte. Den dritten Teil bilden wissenschaftliche Beiträge renommierter Militärhistoriker zur Militär- und Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts.
Für Weith liegt die besondere Stärke des Bandes in seiner Vielseitigkeit. „Es betrachtet Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven und zeigt militärische Objekte nicht nur als Ausrüstungsgegenstände, sondern als historische Quellen, die von Menschen, Gesellschaft und Kultur erzählen“, sagte er. Über 650 Farbfotografien, die vollständige Dokumentation der Museumsvitrinen, 60 ausgewählte Glanzstücke aus 25 Jahren Neuerwerbungen sowie die wissenschaftlichen Beiträge machen den Band zu einem umfassenden Nachschlagewerk.
Dass dieses Werk überhaupt entstehen konnte, sei alles andere als selbstverständlich gewesen, schilderte Bernd Windsheimer. Aus einer Sonderausstellung zu den 60 bedeutendsten Neuerwerbungen entwickelte sich die Idee, die gesamte Sammlung umfassend zu dokumentieren.