"Freiheit 2020" steht auf der Fahne. Das Jahr, das durch die Pandemie Menschen weltweit einengt, lässt mehr denn je spüren, was Freiheit bedeutet. Freiheit aber auch politisch zu verstehen, wenn Menschen zu Tausenden dafür auf die Straße gehen. Die Fahne, die vor dem Röttenbacher Rathaus gehisst wurde, spricht somit Bände: Mit bunten Vögeln, die sich frei in die Lüfte erheben, ist sie als Symbol für dieses mehr denn je aktuelle Thema zu verstehen.

Anlässlich der Open-Air-Kunstausstellung wurde die Fahne von Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) und Biggi Liebich, Leiterin der Jugend-Kunstschule gehisst. Künstler ihrer Schule haben sie kreiert. Kunst sei frei und notwendig, Kunst sei "Seelenhygiene", betonte Liebich. Wahrscheinlich war dies aber auch die letzte Aktion der Kunstschule. Nach 22 Jahren ende eine Ära. Alle Bemühungen, die Kunstschule in andere Hände zu legen, seien gescheitert. Manche ihrer Schüler hätten es auf 20 Jahre gebracht, blickte Liebich in die Vergangenheit. Kinder, die in den Anfangsjahren dabei waren, hätten bereits wieder die eigenen Kinder in die Kunstschule geschickt. "Es war eine wunderbare Zeit!"

Biggi Liebich habe die Kunst in Röttenbach über Jahrzehnte begleitet, sagte Bürgermeister Wahl, der die Ausstellung auf dem neu gestalteten Rathausplatz eröffnete. 29 Ausstellungen Röttenbacher Künstler habe er in all den Jahren eröffnen dürfen. Seit es die Schule gebe, habe die Kunst im Rathaus einen festen Platz.

Die Ausstellungen hätten auch dem Ziel gedient, das Rathaus als einen "Kommunikationsort" zu verstehen. Die Kunstschule habe "einen bleibenden Eindruck hinterlassen", sagte er, verbunden mit dem Dank an Liebich.

"Wie kreativ Röttenbach ist" drückten am Sonntag 13 Aussteller mit ihren Werken aus: Bilder und Zeichnungen fanden sich neben Skulpturen, Holzlampen und künstlerisch gestaltetem Schmuck. Alles konnte auch käuflich erworben werden.