"Künftig eine ganze Region vermarkten"
Autor: Maria Löffler
Kronach, Mittwoch, 28. November 2018
"Was noch vor wenigen Jahren ,die Krone Bayerns‘ war, ist jetzt ,Bayerns Outback‘: der Frankenwald." So jedenfalls schilderte es Klaus Schaumberg, der Projektleiter Agrotourismus. Er signalisierte bei...
"Was noch vor wenigen Jahren ,die Krone Bayerns‘ war, ist jetzt ,Bayerns Outback‘: der Frankenwald." So jedenfalls schilderte es Klaus Schaumberg, der Projektleiter Agrotourismus. Er signalisierte bei der Abendveranstaltung in der Kronacher Sparkasse den Anwesenden aber auch ein Licht am Ende des Tunnels: "Es geht weiter!" Aus dem Projekt heraus hatte sich nämlich der Gedanke entwickelt, nach dessen Beendigung einen Verein mit identischen Zielen zu gründen: "Wir wollen zum nachhaltigen Entwickler für die Region werden", sagt Initiator Markus Martini. "Wir bekommen jetzt schon große Unterstützung. Unsere Aufgabe wird zunächst der Aufbau eines Netzwerkes sein."
Michael Baier stellte im Anschluss schon mal den Internetauftritt des Vereins vor. Die Gründung soll noch im Dezember 2018 über die Bühne gehen.
Worauf der Verein aufbauen kann, sind die Erfahrungen, die die Projektgruppe Agrotourismus während der letzten fünf Jahre gesammelt hat. Klaus Schaumberg erläuterte, dass sich dabei neue Veranstaltungsformate und Arbeitskreise gebildet hätten. Sein Fazit: "Es wird ein langer Prozess, der engagierte Kümmerer braucht. Events sind essenziell, und man muss den strategischen Ansatz für eine nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume erkennen."
Der Eurogites-Geschäftsführer Klaus Ehrlich spekulierte in seinem Referat über das "Aus für das Bauernhof-Idyll", aber auch über neue Chancen für eine nachhaltige Tourismusentwicklung ländlicher Räume. Mit deutlichen Worten gab er zu verstehen: "Ein romantischer Bauernhof alleine hat keine Zugkraft mehr. Viel wichtiger für den Erfolg ist das In-Wert-Setzen ländlicher Ressourcen." Was er damit meinte, machte er am Beispiel eines Mountainbikers fest: "Er will Landschaft und schöne Strecken? Wir haben sie. Ist er dann erst einmal hier, dann kann ich ihm auch etwas zum Essen verkaufen." Dem Gast seien als Erstes doch mal die Landschaft und die Umgebung wichtig, danach kämen Unterbringung, Aktivitäten, Kultur und Gastronomie. Wettbewerbsgedanken untereinander müsse man beiseitelegen, denn "nur dort, wo man sie überwindet, ist man erfolgreich".
Auch Behördenleiter Guido Winter vom Kulmbacher Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) plädierte für eine Vernetzung und eine Stärkung der Infrastruktur.
Regine Wiesend vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten brachte es dann auf den Punkt: "Man muss künftig eine ganze Region vermarkten. Der Staffelstab wird jetzt an den Verein übergeben, und aus dem Projekt wird eine Daueraufgabe." ml