Zeit für Buße und Umkehr
Autor: Roland Schönmüller
Kronach, Dienstag, 16. Februar 2021
Der Tag zwischen Fasching und Fastenzeit hat für Christen seit langer Zeit eine besondere Bedeutung und ist mit einer Fülle von Bräuchen verbunden.
Kronach — "Am Aschermittwoch ist alles vorbei!" - so singt man im Fasching , vor allem im rheinischen Karneval . Irrtum! Am Aschermittwoch beginnt sie, die vierzigtägige Vorbereitungszeit auf Ostern . Karneval , Fasching und Fastnacht sind vorüber - das Fasten kann nun beginnen. Der Aschermittwoch markiert somit zugleich den Beginn der christlichen Bußzeit.
Diese österliche Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und endet mit der Karwoche. Sie umfasst 40 Tage und soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus in der Wüste verbracht hat. 40 Tage fastete Jesus in der Wüste (Matthäus 4,2).
Im Kalender liegen übrigens zwischen Aschermittwoch und Ostern mehr als 40 Tage, aber die Sonntage dazwischen sind nach Auffassung der Kirche Gedenktage der Auferstehung Jesu und gelten nicht als Fasttage.
Der Name "Aschermittwoch" leitet sich von einer Tradition der alten Kirche her: Damals zogen Büßende zu Beginn der Fastenzeit ein Bußgewand an und wurden mit Asche bestreut. Die Tradition der Aschebestreuung ist seit dem 11. Jahrhundert auf die ganze Gemeinde übergegangen und gehört heute zur Liturgie der katholischen Aschermittwoch-Gottesdienste. Der Priester besprengt die Asche, die aus verbrannten Palmzweigen des Vorjahres gewonnen wurde, mit Weihwasser und zeichnet den Christen ein Aschekreuz auf die Stirn. Dazu spricht der Priester die Worte: "Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst" oder "Bekehrt Euch und glaubt an das Evangelium!"
Etwa seit dem siebten Jahrhundert begann am Aschermittwoch die vierzigtägige Bußzeit für öffentliche Sünder. Sie liefen in "Sack und Asche" umher und waren bis zum Gründonnerstag aus der Abendmahlsgemeinschaft ausgeschlossen. Ihnen wurde Asche auf das Haupt gestreut. Damit waren sie für alle sichtbar als Sünder gekennzeichnet. Die Asche stammte aus den Palmzweigen des Vorjahres, die am Palmsonntag des Vorjahres bei der Prozession getragen wurden. Damit sollte an die Bedeutung des Leidens und Sterbens Jesu Christus erinnert werden.
Zeichen der Vergänglichkeit