Der Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschuss der Stadt Kronach hatte sich in der jüngsten Sitzung vom Donnerstag mit einigen kniffligen Anträgen auseinandersetzen. So etwa einen auf Abbruch und Wiederaufbau eines ehemaligen Wohn- und Geschäftshauses in der Schwedenstraße in Kronach . Das Bauvorhaben liegt im Bereich des Ensembles „Altstadt Kronach “ und das zum Abriss vorgesehene Wohn- und Geschäftshaus ist ein Einzeldenkmal. Die Zulässigkeit des Abrisses wird in der Unteren Denkmalschutzbehörde im Landratsamt Kronach geprüft. Eine Genehmigung des Abrisses ist auf der Grundlage der im Antrag zur Verfügung gestellten Unterlagen nicht zu erwarten.

Ein Grund: Die Notwendigkeit eines Abrisses des Gebäudes ist aus dem Antrag nicht erkennbar. Die Stadt Kronach empfiehlt des weiteren dringend die Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und der Stadt Kronach sowie eine Beratung zum weiteren Umgang mit dem Baudenkmal.

Hierbei solle aus insbesondere auch um mögliche Fördermoptionen für Erhalt und gegebenenfalls nötige und mögliche Umbaumaßnahmen im Bestand gehen. Das Gremium erteilte das gemeindliche Einvernehmen nicht. Einzig Bernd Liebhardt war für Abriss und Neubau.

Verstoß gegen Bebauungsplan

Mit dem Antrag auf Errichtung einer Stützmauer an der Grenzacher Straße hatte das Gremium eine weitere Aufgaben zu lösen, die es in sich hatte: Der Antrag lautete auf eine 36 Meter lange Grundstücksabgrenzung mittels Stützwand und einer hierauf befestigten Kombination aus einem Glasgeländer und einem Stabmetallzaun. Das Bauvorhaben verstößt aber gegen im Bebauungsplan festgelegte Vorgaben betreffend Einfriedungen. Der verlangt, dass Einfriedungen eine Höhe von einem Meter nicht überschreiten und ohne Sockel hergestellt werden.

Stadtplaner Nikolai Freiherr von Brandis informierte, dass durch die Größe und Strahlwirkung der Mauer massiv in das Ortsbild eingegriffen werde.

Durch die Errichtung der Mauer in vorgelegter Planung werde ein Präzedenzfall für das Bebauungsgebiet geschaffen. Nach Wortmeldungen von Drittem Bürgermeister Bernd Liebhardt, Claudia Wellach und Winfried Lebok (alle CSU), Hans Simon (SPD), Martina Zwosta (FL) und Matthias Simon (FW) einigte man sich eine Entscheidung über den Antrag auf nächste Sitzung zu vertagen. Die Verwaltung wurde gebeten, Gespräche über Änderungen der Planung mit dem Bauherrn aufzunehmen.

Räte wundern sich

Ein Antrag auf Vorbescheid für eine Einfriedung mittels Wildzaun einer Schutzhütte für Nutztiere und ein Gewächshaus in Gehülz löste Verwunderung aus. Alle drei Antragspunkte waren bereits errichtet worden, daher war ein Antrag auf Vorbescheid für bereits bestehende Bebauung nicht nachvollziehbar. Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) sah die Sachlage so, dass einem Einverständnis nichts im Wege stehe.

Während sich Daniel Götz (ZKC) vehement gegen eine nachträgliche Genehmigung von bereits ohne Bauantrag durchgeführten Maßnahmen erboste, wurde, gegen die Stimmen von Daniel Götz und Martina Zwosta, mehrheitlich das Einvernehmen erteilt. Leichtere Beurteilungen ergaben sich bei folgenden Anträgen: Wohnhausneubau mit Doppel- und Fertiggarage und Gartenhaus in der Kreuzbergstraße. Der Rat stimmte den Vorhaben zu, da sie innerstädtische Baulücken sinnvoll schließen würden. eh