„Mein Freund, der Baum“, anders als in dem bekannten melancholischen Liedtext soll die Baumstory in Breitenloh enden. Dieser Baum bleibt gemäß einstimmigem Beschluss erhalten.

Der Umwelt- und Sozialausschuss der Stadt Kronach befasst sich in längerer Diskussion mit den Neuwahlen für das Jugendparlament. Eine Bilanz nach zwei Jahren wird diskutiert. Bürgermeisterin Angela Hofmann dankte dem Sachgebietsleiter Jörg Schnappauf und dem Jugendbeauftragten im Stadtrat Markus Oesterlein (CSU) für ihre Bemühungen beim Aufbau eines Jugendparlaments.

Antrag auf Baumfällung

Ferner wurde eine Entscheidung über einen Antrag auf Baumfällung in Breitenloh getroffen. Der Baumfällung wurde keine Genehmigung erteilt. In der Sitzung am Donnerstag informierte Stadtgärtner Martin Burger vom Sachgebiet „Liegenschaften und Forsten“ über die Sachlage. Der vorliegende Fällungsantrag betreffe eine große, frei stehende, gesunde Buche mit 240 Zentimetern Stammumfang. Geschätztes Alter: 80 Jahre.

Die Rückseite der Baumkrone werde regelmäßig vom Bayernwerk entsprechend eingekürzt, da sie an eine Stromleitung grenzt. Der Baum ist gesund und unbeschädigt, er weist lediglich mangelnden Lichtraum auf, verursacht durch Pflegefehler in der Vergangenheit. Die angrenzenden gepflasterten Fahrwege sind alle in Privatbesitz. Im unmittelbar an den Baum angrenzenden Bereich wird das Pflaster durch Wurzeldickenwachstum gehoben. Dies könnte einzig für eine Entfernung des Baumes sprechen.

Viele Gegenargumente

Der Grundstückseigentümer möchte im Vorgarten einen KFZ- Stellplatz bauen. Hier sind Beeinträchtigungen der Tiefbauarbeiten und Wurzelbeschädigungen des Baumes vorprogrammiert. Die Kronenausdehnung ist rückseitig eingeschränkt durch die Nähe der Stromleitung.

Technisch würde nichts gegen eine Baumfällung sprechen. Andererseits brachte Burger bedeutende Gegenargumente vor. So zum Beispiel die starke Exposition der Baumkrone über den Gebäudedächern in der Ortseinfahrtssituation – trotz der zurückversetzten Lage von 20 Metern von der Hauptstraße. Stamm- und Stammfuß sind darüber hinaus beschädigungsfrei. Auch nannte er den relativ leicht herstellbaren Lichtraum durch entsprechende Pflegemaßnahmen und die gute Befahrbarkeit des Straßenbelags trotz Pflasterhebung.

Das Freischneiden der Stromleitung erfolgt weiterhin regelmäßig durch das Bayernwerk . Mögliche Beeinträchtigungen von Kanal- Hausanschlussleitungen lassen sich gut mittels „Inlinern“ der Kanalisierung beheben. Die geplante Stellplatzbefestigung kann wurzelschonend gebaut werden. Außerdem ergab sich bei einer Ortsbegehung kein geeigneter Baumstandort für eine Ersatzpflanzung.

Einstimmig gegen Fällung

Für eine Ausgleichszahlung wurde der Baumwert auf circa 18.500 Euro geschätzt. Die unisono für eine Erhaltung des Baumes plädierende Diskussion eröffnete Matthias Simon (FW). Bei sachlicher Abwägung aller Argumente gebe es keine Notwendigkeit für eine Baumfällung. Es nützt auch eine finanzielle Ausgleichszahlung nichts, denn der Baum, einmal gefällt, ist für immer weg.

Klaus Simon (SPD) konnte sich dem nur anschließen. Peter Witton (Grüne) gab zu bedenken, dass man im Frankenwald derzeit geradezu dem Fichtensterben nachweine. Die Trockenheit zeige ein starkes Baumsterben auf, daher ist jedes Exemplar gerade wertvoll. Auch Marina Schmitt (SPD) plädierte für den Erhalt der Buche. Die Abstimmung war schließlich einstimmig für einen Baumerhalt. eh