Der Gemeinderat Tschirn lehnte nach einer regen Diskussion die Beteiligung an dem Projekt "Bärwurzwiesen und -weiden im Naturpark Frankenwald" ab. Bürgermeister Peter Klinger ( CSU ) begrüßte zu diesem Punkt Christine Neubauer und Dietrich Förster von der Ökologischen Bildungsstätte, die das Projekt vorstellten. Demnach hätte die Gemeinde Tschirn die Möglichkeit, sich im Förderprojekt "Bärwurzwiesen und -weiden im Naturpark Frankenwald" zu beteiligen. Das Projekt wird durch die Ökologische Bildungsstätte fachlich umgesetzt und startete zu Beginn dieses Jahres. Hierbei handelt es sich um das Nachfolgeprojekt von "Bärwurzwiesen und Feuchtflächen im nördlichen Frankenwald", bei dem die Gemeinde Tschirn bereits teilgenommen hat. Ziel des Projekts ist es, Bärwurzwiesensaatgut aus dem Frankenwald zu gewinnen und damit eine Aufwertung oder Neuansaat von Bärwurzwiesen zu ermöglichen. Zudem werden Landwirte bei der Optimierung von Mähtechniken gefördert, um eine insektenfreundliche Wiesennutzung zu ermöglichen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Einrichtung von Bärwurz­weiden. Diese sind ideale Lebensräume für eine Vielzahl von Insekten und weiteren Tieren . Die Projektsumme in Höhe von 800 110 Euro wird mit 90 Prozent gefördert. Auf die Projektpartner Bund Naturschutz in Bayern e.V., dem Landkreis Kronach und den 15 Hauptgemeinden entfallen demnach 80 110 Euro. Der Jahresbeitrag beträgt je nach Maßnahmen zwischen 1100 Euro und 1700 Euro. Im Durchschnitt sind das nach Kostenberechnung 1400 Euro pro Jahr für die Gemeinde Tschirn .

Die Mehrheit der Räte (5:2) bezweifelte den Sinn und die Zweckmäßigkeit des Förderprogrammes. Man möchte auch nicht als Konkurrenz zu den örtlichen Landwirten auftreten, zumal der Bärwurz aktuell auch ohne ein zusätzliches Förderprogramm in der Tschirner Flur wächst. Auch der Vorschlag von Bürgermeister Klinger, der die Wichtigkeit von Naturschutz unterstrich, den Beschluss zu vertagen, wurde abgelehnt.

Vom Landschaftspflegeverband Frankenwald wurde die Maßnahmenliste für das laufende Jahr vorgelegt. Für Entbu­schungen, Fichtenentnahmen, Wiesenmahd und die Bearbeitung von Feuchtgebieten sind 7194 Euro vorgesehen. Der Eigenanteil der Gemeinde beträgt 383 Euro zuzüglich der Verwaltungskostenpauschale von 359 Euro. Dieser Vorschlag wurde mit 4:3 angenommen.

Gegen die Bauvoranfrage von Nico Punzelt, der auf der Flur Nr. 415/3 ein Einfamilienhaus bauen will, bestanden keine Einwände. Das Bauvorhaben liegt im Außenbereich, grenzt aber an die bestehende Bebauung an. Die vorhandene landwirtschaftliche Unterstellmöglichkeit würde teilweise zurückgebaut werden. Im Flächennutzungsplan der Gemeinde Tschirn ist die zu bebauende Fläche als Wohnbaufläche dargestellt. Die Trinkwasserversorgung sowie die Abwasserbeseitigung sind möglich.

Urnengräber geplant

Gemeinderat Michael Hader (Alternative für Tschirn ) verlas eine E-Mail von Pfarrer Detlef Pötzl. Er teilte mit, dass sich die Kirchenverwaltung und der Pfarrgemeinderat mit der Ausweisung von Urnengräbern befasst haben. Es wurde beschlossen, Urnengräber auszuweisen. Derzeit wird die Friedhofsordnung neu gemacht und ein Konzept für Urnengräber erarbeitet.

Bürgermeister Peter Klinger gab aus der letzten nichtöffentlichen Sitzung bekannt, dass die Firma Schulz aus Kronach zum Angebotspreis in Höhe von 3664,01 Euro den Auftrag für die Versetzung der Sirene im Oberen Dorf erhielt. Die Firma Wedel Umweltdienste hat den Auftrag zur Klärschlammentsorgung erhalten. Das Büro Kittner & Weber aus Sonnefeld erstellt die Antragsunterlagen für das Wasserrecht für das Einleiten von Niederschlagswasser im Bereich Wiesenstraße/Kronacher Straße/Teuschnitzer Straße zum Angebotspreis von 5063,45 Euro. Das gleiche Büro erhält zum Angebotspreis in Höhe von 8665,28 Euro den Auftrag zur Erstellung der Antragsunterlagen für das Wasserrecht der Kläranlage . Bürgermeister Klinger plant die Erstellung einer Prioritätenliste für die Sanierung der Ortsstraßen. Dazu soll zeitnah eine Ortsbegehung durchgeführt werden.