In Reih und Glied stehen sie da: 13 Obstbäume der unterschiedlichsten Sorten. Die Erstklässler aus Steinberg, Eibenberg und Roßlach werfen schon einmal einen interessierten Blick auf ihre Schulbäume, mit der Angabe der Sorte, Ratschlägen für die optimale Pflege und das richtige Einpflanzen. Natürlich ist auch ein Schildchen mit dem Namen des jeweiligen angehenden Baumbesitzers angebracht, die gleich ganz schön zu schleppen haben werden

Im Vorfeld hatten sich die 13 Schulanfänger ihren persönlichen Lieblingsobstbaum aus den Sorten Pflaume , Apfel oder Kirsche ausgesucht. Nachdem nun die spannenden und aufregenden ersten Schultage vorbei sind und sich die Jungen und Mädchen hoffentlich schon an den Schulalltag gewöhnt haben, bekamen sie den von ihnen ausgewählten Busch, Halbstamm oder Hochstamm vom Obst- und Gartenbauverein (OGV) Steinberg geschenkt – als Schulbaum, der sie während ihrer Schulzeit beim Wachsen begleiten und ebenso reiche Frucht hervorbringen soll. Entsprechend groß war die Aufregung auf dem OGV-Vereinsgrundstück in der Weinbergstraße, wo den ABC-Schützen die Vorfreude förmlich ins Gesicht geschrieben stand.

Sehr freute sich 1. OGV-Vorsitzender Peter Mastalerz über die Aufrechterhaltung dieser schönen Tradition, wodurch nunmehr bereits 388 Schulbäume verschenkt wurden. Die Wurzeln dieses Brauches reichen in Steinberg weit zurück. Demnach wurden bei der Schulbaum-Aktion schon vor Jahrzehnten alle Schüler aus Steinberg und Umgebung mit Obstbäumen beschenkt – jedoch früher erst zum Ende ihrer Schulzeit . Diese Tradition schlief irgendwann ein. Im Jahre 1990 schließlich erweckte sie der OGV Steinberg zu neuem Leben. Seitdem wird die Aktion Jahr für Jahr durchgeführt, was für einen Verein in einer solchen Größenordnung durchaus einen finanziellen Kraftakt darstellt. Gleichzeitig wurde damit ein erheblicher Beitrag zur Ortsverschönerung geleistet. Obst - am besten frisch vom Baum - schmecke, so Mastalerz, nicht nur besser als jeglicher „Süßkram“, sondern sei zudem weitaus gesünder und schenke dabei neuen Schwung und neue Energie, was gerade auch für das Lernen in der Schule sehr wichtig sei.

Die Steinberger Gartler zeigen aber nicht nur in Sachen Schulbaum großes Engagement, sondern in vielerlei weiteren Bereichen für Landschaftspflege sowie Verschönerung des Steinberger Ortsbildes. „Wir hoffen, dass eure Schulzeit genauso viele Früchte trägt wie eure Bäume“, gab der Vorsitzende den Kindern mit auf den Weg, der auch die Grüße von Wilhelmsthals Bürgermeisterin Susanne Grebner übermittelte. Dann durften die Erstklässler endlich ihre Bäume „frisch“ aus der Baumschule entgegennehmen. Der Vorsitzende verpasste - falls gewünscht - den Obstbäumen gleich ihren ersten Schnitt und bereitete sie so auf das Einpflanzen im heimischen Garten vor. Zusätzlich versüßt wurden den Kindern die ersten Schulwochen durch eine jeweils prall gefüllte Zuckertüte, gesponsert vom örtlichen REWE-Markt Stefan Bauer. Trotz des hohen finanziellen Aufwands will der OGV den schönen alten Bauch auch in den kommenden Jahren beibehalten. hs