Der Musikverein Rothenkirchen zählt mit seinen 151 Vereinsmitgliedern, wovon 34 aktive Musiker sind, zu einem bedeutenden Kulturträger nicht nur in Rothenkirchen und dem Markt Pressig , sondern im Frankenwald und darüber hinaus.

Allein in ihrem Heimatort Rothenkirchen haben die Musikanten das ganze Jahr über mehrere kirchliche und weltliche Arrangements zu erfüllen und sind beliebte Unterhalter für gesellige Anlässe. Seit Frühjahr 2020 hat man nun mit den Folgen und Einschränkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen und bangt um die Treue vor allem von Nachwuchsmusikern . Doch die Vorstandschaft berichtet, mit welcher Kreativität und Flexibilität sie gearbeitet hat, um einigermaßen Kontakte unter den Musikern aufrechtzuerhalten.

Weil wegen der Corona- Pandemie und den damit zusammenhängenden Auflagen, keine traditionellen Ständerla stattfinden konnten, zeigten sich Vorstandschaft und Musiker kreativ und technisch innovativ und stellten die Neujahrsgrüße auf „digitale Musikgrüße“ um. Die virtuellen Ständerla wurden im Homeoffice gespielt, und von Dirigent Daniel Hilbert wurde aus einigen Ständerla-Hits ein Medley ausgearbeitet und zugeschnitten.

Jubiläumsfeier ist geplatzt

Über die positive Resonanz freute sich in einer kleinen virtuellen Vorstandssitzung die Vorstandschaft sehr. Nicht so erfreulich und positiv verlief allerdings ein Rückblick auf die vergangenen zwei Jahre. Eine große Enttäuschung war, dass das 250- jährige vereinseigene Jubiläum das vom 3. bis 5. Juli 2020 von langer Hand geplant war, verbunden mit einem Kreismusikfest, nicht stattfinden konnte.

Die Vorbereitungen liefen über ein Jahr lang mit großen Mühen und organisatorischem Aufwand. Stattdessen wurde zum eigentlichen Festwochenende ein Video herausgebracht. Der Marsch „in Freundschaft vereint“ wurde von den Musikerinnen und Musikern zu Hause eingespielt und von Dirigent Daniel Hilbert zu einem Video zugeschnitten und als Gruß an die vielen Musikfreunde herausgegeben, die wie alle auf das Jubiläumsfest verzichten mussten.

Der Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie hatte zur Folge, dass auch das gemeinsame Musizieren sowie alle geplanten Veranstaltungen und Auftritte eingestellt werden mussten. Um einigermaßen einen Musik- Einzelunterricht aufrechterhalten zu können, wurde ein Hygienekonzept für das Musikheim mit entsprechenden Desinfektionsmaßnahmen und Lüftungsplänen erstellt.

Hausproben für die Jungmusiker

Die Jungmusiker lagen dem Verein besonders am Herzen. Für sie wurde ein Musikrätsel-Heft mit verschiedenen Übungen für Hausproben erstellt. Zwei Jahre hintereinander musste man auch die vor einigen Jahren als Weihnachtskonzert sehr erfolgreich eingeführte „A Weihnachtlicha Stund“ ausfallen lassen. Um die Geselligkeit und Kameradschaft nicht ganz auszuschließen, wurden im Sommer einige Outdoor- und Gartenproben abgehalten, zu denen auch Jungmusiker einbezogen waren und sich mit Freude und Leidenschaft beteiligten.

Der 151 Mitglieder zählende Verein ist froh, bisher seine 34 aktiven Musiker/innen im Orchester behalten zu haben und auch die sechs Jungmusiker in Ausbildung weiter motivieren zu können.

Dennoch ist die Situation sehr bedauerlich. Nur Einzelunterricht ohne Zusammenspiel beziehungsweise der fehlende Bezug zur „Gemeinschaft im Orchester“ machen die Nachwuchssituation sehr schwierig, wie der Verlust von zwei Jungmusikern bestätigt.

Vorsitzende Meike Steiger fürchtet, dass sich einige Kids und Jugendliche andere Hobbies suchen. Der MV legt mit Jugendleiterin Stefanie Dressel, neben der musikalischen Ausbildung, besonderen Wert auf die Förderung des Sozialverhaltens, was aber unter den Corona-Umständen völlig verhindert ist. Besonders schmerzlich war für den MV Rothenkirchen, dass man in dieser tristen Zeit auch drei Todesfälle von Ehrenmitgliedern zu beklagen hatte.

Nachwuchs und Todesfälle

Mit den Ehrenmitgliedern, Hans Möckel, Professor Rudi Reinhardt und Bruno Barnickel verlor der MV liebe Freunde, langjährige Weggefährten und großartige Persönlichkeiten, die wir auf ihrem letzten Weg leider nicht musikalisch begleiten konnten, bedauerten die Vorstände in einer Gedenkminute.

Abschließend blickte man dennoch optimistisch in die Zukunft. Dazu geben auch drei Mütter in der Vorstandschaft einen Hoffnungsschimmer. Die drei, schon seit zwei beziehungsweise drei Jahrzehnten aktiven, Musikerinnen, lassen drei ihrer Kinder ein Instrument im MV lernen und darüber freuen sich nicht nur die Muttis. eh