„Wir wollen den Küpser Kernort mit Hilfe der der Fördermittel schöner machen“, erklärte Bürgermeister Bernd Rebhan im Marktgemeinderat . Das hierzu angestrebte kommunale Fassadenprogramm innerhalb der KEK3-Entwicklungskonzepte nimmt konkrete Formen an. Erste Interessenten stehen in den Startlöchern. Die Festsetzung des Sanierungsgebiets ist in Kraft getreten, und jetzt fehlt nur noch eine Feinabstimmung mit der Regierung von Oberfranken.

Das kommunale Fassadenprogramm basiert auf vorausgehenden Beschlüssen zur Städtebauförderung . Es soll auch helfen, die privaten Hauseigentümer zu Investitionen zu bewegen, erläuterte Bürgermeister Rebhan. Es gibt einen Satzungsentwurf, der jetzt diskutiert wurde. Vorgesehen ist – und das ist der Vorteil – dass der Markt Küps Fördermittel aus der Städtebauförderung für Privatmaßnahmen vergeben kann, maximal bis zu 20 000 Euro. Die Gemeinde Küps wird jeweils selbst bis zu 8000 Euro dazuzahlen.

Christine Werthmann vom Büro BFS  + informierte ausführlich über die Möglichkeiten. Dazu wird es eine Gestaltungsfibel und ein praktisches Handbuch für die Bürger von Küps , ganz besonders im Sanierungsgebiet, geben. Hier werden die traditionellen Bauweisen , die hier typisch sind, dargestellt. Es gibt Hinweise zu Sanierung , Umgestaltung oder neuen Anbauten, damit diese zum Altbestand passen. Werthmanns Aufgabe ist, die Entwicklung des Ortskerns zu unterstützen. Ortskernprägende Gebäude sollen ebenso erhalten werden wie historische Bauformen und deren Vielfalt. Werthmann will zur positiven Wahrnehmung des Küpser Ortsbildes beitragen. Die Anwohner sollen ein Gespür dafür bekommen, was typisch für den Ort und was eine gute Gestaltung ist. Interesse für „ein gutes Bauen im Bestand“ soll geweckt werden.

„Keine einfache Aufgabe“

Dieter Lau fragte nach, wie die Auffassung der Bürger von einer historischen Fassade entwickelt werden soll: „Was ist, wenn es Diskrepanzen gibt? Welcher Zustand zählt? Welches fränkische Dorf haben Sie im Kopf?“

„Sicher wird es in Küps nicht so einfach sein, weil der Ort sehr heterogen ist“, erklärte Christine Werthmann. Sie werde nicht bei einem Haus der 60er Jahre eine Schieferverkleidung verlangen. Es solle nicht künstlich „etwas Altes draufgemacht“ werden. Alte Bestände sollen erhalten werden. Werthmann: „Ich will sensibilisieren.“ Aber niemand müsse sich am Förderprogramm beteiligen. Die Gestaltung bleibe frei und könne nicht erzwungen werden.

Zuschüsse und Steuervorteile

„Wer investiert, kann einen Zuschuss bekommen und die Ausgaben auch bei der Steuer abschreiben“, verwies Bürgermeister Rebhan auf die Vorteile. „In der Summe macht dies wirklich einen tollen Vorteil aus.“

„Ich bin optimistisch und freue mich richtig darauf“, meinte Ursula Eberle-Berlips ( CSU ). Endlich gebe es eine konkrete Hilfestellung für Hauseigentümer, um historische Substanz zu erhalten. Es kämen neue Impulse in den Kernort, das Ortsbild wiederzubeleben.

„Ein solches kommunales Förderprogramm ist ausgesprochen sinnvoll“, lobte auch Ralf Pohl ( SPD ). Die eingesetzten öffentlichen Mittel würden stark multipliziert.

Sehr viel Arbeit mache die Förderung wasserwirtschaftlicher Arbeiten. Es gebe wieder neue Richtlinien bei den Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Maßnahmen (RZWas), informierte Rebhan. „Kleinere Gemeinden bis zu 20 000 Einwohnern mit weniger Abnehmern auf großer Fläche tun sich schwerer.“ Dafür habe der Freistaat die Förderung „RZWas“ verlängert.

Der Fördersatz wird von 50 auf 40 Prozent gesenkt und der „förderunschädliche“ Baubeginn ohne Zuschussgenehmigung ist nicht mehr möglich. Einiges, was nicht fertiggestellt werden kann, muss in das neue Förderprogramm überführt werden. Dies war ein enormer Aufwand für Kämmerer Reinhard Zapf, würdigte Bürgermeister Rebhan.

Seit 9. Februar wird im Bereich Abwasserbeseitigung die Härtefallgrenze überschritten. Der Abwasserzweckverband kann hier keine Fördermittel beantragen. So muss die jeweilige Gemeinde die Maßnahmen selbst durchführen. Hier betragen die Fördersätze maximal 70 Prozent der Kosten, die jede Gemeinde zu tragen ist. Diese Maßnahme der RZWas ist vor allem eine deutliche Entlastung für den Gebührenzahler. Der kalkulatorische Zinssatz wird ab dem Jahr 2022 auf 2,0 Prozent festgesetzt, wurde gegen sechs Stimmen der SPD beschlossen.