heike Schülein

Der Stadtrat Ludwigsstadt kam am Donnerstagabend zu seiner letzten Sitzung in diesem Jahr zusammen. Dabei ging es vor allem ums Geld.

„In Ludscht geht schon etwas“, würdigte der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Stefan Heyder ( CSU ), der mit seinen Kollegen die Jahresrechnungen 2019 und 2020 geprüft hatte und nun dem Stadtrat die wichtigsten Zahlen vorlegte. Das Gremium hatte stichprobenartig insbesondere Baumaßnahmen unter die Lupe genommen. Dem Bürgermeister und der Verwaltung bestätigte Stefan Heyder eine ordnungsgemäße und wirtschaftliche Haushaltsführung.

Mit Verantwortung

Die Geldmittel wurden den Angaben zufolge verantwortungsvoll und sparsam eingesetzt. Der Schuldenstand verringerte sich von einst 14 Millionen Euro auf aktuell rund drei Millionen Euro . Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt mit 1089 Euro über dem bayerischen Landesdurchschnitt, sank aber deutlich. Die Jahresrechnungen wurden anerkannt, Bürgermeister und Verwaltung entlastet.

„Ohne Sonderzuweisungen wäre vieles nicht möglich“, verdeutlichte Bürgermeister Timo Ehrhardt ( SPD ), der dem Freistaat für erneut zugesagte Stabilisierungshilfen für 2021 in Höhe von 800 000 Euro dankte. Der Bewilligungsbescheid mit Benennung der Auflagen wird dieser Tage erwartet. Bislang summierten sich die erhaltenen Sonderzuweisungen in den Jahren 2008 bis 2020 auf rund zwölf Millionen Euro .

Einstimmig erkannte das Gremium die Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen für die Freiwilligen Feuerwehren im Jahr 2022 von 67 369 Euro an. Darin enthalten ist eine Waschmaschine mit Trockenschrank für 23 788 Euro , wogegen Zweiter Bürgermeister Maximilian Heyder ( CSU ) Bedenken äußerte. Angesichts der hohen Kosten bat er um Prüfung eventueller Synergieeffekte durch eine Kooperation mit Nachbargemeinden.

Laut Ehrhardt handelt es sich dabei um eine reine Bedarfsmeldung, worüber man sich im Stadtrat bei entsprechender Vorlage nochmals Gedanken mache. Es gehe jetzt nur um den Haushaltsansatz.

Formen der Bestattung

Auf Bürgerwunsch wird auf dem Friedhof in Ebersdorf – wie bereits in Ludwigsstadt – eine Fläche für Erdwiesengräber angelegt. Diese Bestattungsart bedarf keiner Vorarbeiten und kann sofort umgesetzt werden, sobald dies gewünscht wird. Die Särge werden der Reihe nach beigesetzt und mit der ersten Beisetzung eine Lärchen-Stele errichtet, an der – auf Wunsch – eine Namenstafel angebracht werden kann. Auf dem Friedhof sind auf der rechten Seite des Weges drei Grabfelder leer. Das oberste Feld bietet sich als „grüne Wiese“ an. Die beiden unteren Grabfelder sollen für herkömmliche Beisetzungen oder Urnengrabfelder frei gehalten werden.

Keine Urnen

Die Beisetzungen erfolgen von hinten nach vorne. Jedes Grab darf nur mit einem Sarg belegt werden. Urnenbeisetzungen sind nicht gestattet. Platz ist für mindestens 16 Bestattungen. Bei Bedarf kann auch die Reihe zwei dazugenommen werden.

Einverständnis bestand mit der Beteiligung am Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“. Die Stadt hatte eine Projektskizze „Stadtkern 2025“ mit einem Maßnahmenvolumen von 300 000 Euro eingereicht und wurde mit einem Fördersatz von 90 Prozent berücksichtigt. Die Förderung bietet die Möglichkeit, wieder ein Stadtumbaumanagement einzurichten.

Projektschwerpunkte sind die Beseitigung von Leerständen, die Organisation von Zwischennutzungen sowie ein Baustellenmarketing für den anstehenden Ausbau der Bundesstraße 85 im Bereich Kronacher Straße. Die Maßnahmen können bis 2025 umgesetzt werden. „Der Eigenanteil liegt bei nur 10 000 Euro . Das ist ein echter Glücksfall“, strahlte der Bürgermeister, der sich zudem über die Auszeichnung als eine von vier „Flächenbewussten Kommunen“ in Bayern freute (siehe den Bericht auf der heutigen Seite 6).

Erfolgreiche Bewerbung

Mit dem staatlichen Gütesiegel zeichnet der Freistaat Gemeinden für ein aktives Flächenmanagement und innovative Ansätze und Maßnahmen zur Reduzierung des Flächenverbrauchs aus. Die Stadt hatte sich mit mehreren Projekten beworben. So hat die Kommune beispielsweise mehr als ein Dutzend sogenannter Schrottimmobilien erworben und beseitigt. Insgesamt wurden in den letzten zehn Jahren über 30 städtebauliche Einzelprojekte mit dem Fokus auf die Innenentwicklung vorangebracht.