„Flößerquartier“ kommt doch
Autor: Veronika Schadeck
Kronach, Dienstag, 07. Sept. 2021
Wohnraum Der Stadtrat hat denkbar knapp eine Entscheidung des Bauausschusses revidiert. Damit kann Horst Hanna jetzt in Friesen sein Projekt verwirklichen.
Wie schwierig es sein kann, Tradition, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Schaffung von Wohnraum und Wirtschaftlichkeit unter einen Hut zu bringen, wurde am Montagnachmittag im Stadtrat deutlich. Konkret ging es um die Wohnanlage „Flößerquartier“ in Friesen, das bereits in der Bauausschusssitzung im Juli auf der Tagesordnung gestanden hatte. Damals war das Projekt mit sieben zu zwei Stimmen abgelehnt worden.
Bei der Nachprüfung im Stadtrat gab es mit elf zu elf Stimmen eine Patt-Situation – somit kann das Vorhaben mit Stimme der Bürgermeisterin verwirklicht werden. Allerdings hat der Investor einige Auflagen zu berücksichtigen.
Um was geht es konkret? Mit dem Projekt „Flößerquartier – Zukunft Wohnen“ will der Investor und Geschäftsführer von Bauconcept Hanna, Horst Hanna, eine Wohnanlage mit 30 Wohnungen in seinem Geburtsort Friesen erstellen. Damit soll eine Brache einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden.
Begrünte Garagendächer
Das Projekt besteht aus drei jeweils dreigeschossigen Baukörpern mit geneigtem Pultdach. Für jede Wohnung ist unter anderem eine Garage mit begrüntem Flachdach vorgesehen. Diese sollen als Wasserspeicher und Lebensraum für Insekten dienen. Die Parkflächen sollen mit wasserdurchlässigem Material befestigt werden, um einer Versiegelung entgegenzuwirken. Hinzu kommen pro Wohnung 1,7 Stellplätze. Weiterhin ist für jede Garage ein Stromanschluss für die Montage einer Wallbox vorgesehen. Somit können die Mieter oder Eigentümer nicht nur ihre Elektrofahrzeuge laden, sondern auch eigenen Strom erzeugen.
Weiterhin ist ein Quartiersplatz mit Sitzgruppe geplant, der als Treffpunkt für die Bewohner dienen kann. Acht von neun vorhandenen Bäumen müssen zwar dem Bauvorhaben weichen, dafür sollen aber 16 neue gepflanzt werden.