Sie rennen rein, wenn andere rausrennen. Sie retten, bergen, und schützen. Rund um die Feuerwehren im Landkreis drehte sich die jüngste Kreisausschusssitzung. Erster Punkt auf der Tagesordnung war ein Fahrzeugkonzept, das Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger vorstellte.

Im Vorfeld hatte dazu Landrat Klaus Löffler betont: „Ein wichtiger Gesichtspunkt ist der Klimawandel. Ein überörtliches Feuerwehr-Fahrzeugkonzept soll dafür die Grundlage bilden.“

Dass die Herausforderungen nicht geringer werden, konnte Ranzenberger bestätigen. Doch zunächst gab er eine kurze Übersicht und teilte die Feuerwehrfahrzeuge im Landkreis in vier Gruppen ein. „In die Kategorie eins fallen Standardfahrzeuge wie Tanklöschfahrzeuge oder Löschfahrzeuge. Sie sind von den Gemeinden zu beschaffen, zu unterhalten und zu finanzieren.“

Daneben gebe es Fahrzeuge, die von Bund und Land beschafft werden. „Eine finanzielle Beteiligung des Landkreises bei der Beschaffung ist hier nicht vorgesehen.“ In den Bereich der Fahrzeuge, die vom Landkreis beschafft und unterhalten werden müssten, fielen zum Beispiel die Gerätewagen für den Atem- und Strahlenschutz sowie für Ölunfälle. Ranzenberger: „Eine Neubeschaffung dieser beiden, rein überörtlichen Landkreisfahrzeuge ist unumgänglich und ist schnellstmöglich anzugehen.“ Noch dazu gehöre ein sogenannter Mannschaftstransportwagen (MTW), der mit Sondersignal und Funk ausgestattet und im Feuerwehrzentrum stationiert werden solle. Ersatz benötige man aber auch für die aus den 1960er Jahren stammenden Ölwehranhänger in Kronach , Pressig und Tettau. Hier solle der Standort Wallenfels hinzukommen.

Als vierten Punkt nannte Ranzenberger Fahrzeuge, die eine überörtliche Bedeutung haben. Dazu zählten Drehleitern, Rüstwagen, größere Schlauchwagen oder auch große Tanklöschfahrzeuge. Drei dieser Fahrzeuge seien bereits im Landkreis vorhanden, so der Kreisbrandrat . Für die Förderung des Landkreises bezüglich der Tanklöschfahrzeuge lautete die Empfehlung, maximal ein solches Auto pro Gemeinde oder Verwaltungsgemeinschaft zu bezuschussen. Seine Rechnung lautete so: „Anschaffungskosten minus Staatszuschuss, der verbleibende Rest hälftig geteilt zwischen Kommune und Landkreis.“ Der Landkreiszuschuss sollte aber höchstens bis zur Höhe des Staatszuschusses gehen.

Neu ist besser als gebraucht

Ein weiterer Vorteil sei, dass die Kommunen durch den Landkreiszuschuss die Möglichkeit hätten, Neufahrzeuge anzuschaffen. Pro Jahr sollen allerdings nur maximal zwei Autos der Kommunen mit überörtlicher Bedeutung bezuschusst werden – und auch nur dann, wenn ein Staatszuschuss fließt. Der Kreisausschuss stimmte diesem Konzept zu.

Weiter ging es um die Beschaffung eines Gerätewagens für den Atemschutz. Hier handle es sich um ein Sonderfahrzeug für den überörtlichen Einsatz, so der Kreisbrandrat . Das alte Fahrzeug, das schon 2007 gebraucht angeschafft worden sei, habe bei der jüngsten Hauptuntersuchung Mängel an der Druckluft-, Brems- und Auspuffanlage aufgewiesen. Hinzu kamen Schäden an der Zusatzheizung mit Wärmetauscher sowie diverse Schadstellen am Aufbau, den Scharnieren und Verriegelungen. Man habe die Defekte zwar kurzfristig beheben können, aber Ranzenberger befürchtete, dass bei dem 28 Jahre alten Auto in den nächsten Jahren weitere Reparaturen anfallen könnten. Über die Kosten könne man heute nur spekulieren. Aus den genannten Gründen beschloss der Kreisausschuss den Kauf eines landkreiseigenen Gerätewagens für den Atem- und Strahlenschutz .

Auch für die Beschaffung eines neuen Notstromaggregats wird der Landkreis in die Tasche greifen. Das alte Gerät stammt aus dem Jahr 1965 und funktioniert gegenwärtig überhaupt nicht. Der Hersteller dieses Geräts existiert schon lange nicht mehr, dabei ist eine Reparatur mit einem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand nicht möglich.

Stadt Kronach beteiligt sich

Als zusätzliche Option zum Aggregat soll ein Lichtmast beschafft werden, der große Einsatzstellen ausleuchten kann. Die Stadt Kronach (stationiert wird es am Standort Kronach ) hatte sich bereiterklärt, 20 Prozent des Anschaffungswertes zu übernehmen, maximal jedoch 15 000 Euro. Die Kreisräte lobten das Zusammenspiel von Landkreis und Kommunen und betonten, dass man auch künftig gemeinsam für den Feuerschutz sorgen müsse.