Druckartikel: Ein frankophiler Schotte in Kronach

Ein frankophiler Schotte in Kronach


Autor: Rainer Glissnik

Kronach, Mittwoch, 02. November 2022

Autorenlesung Der bekannte Krimiautor Martin Walker stellte im Historischen Rathaussaal seinen neuen Roman „Tête-à-Tête“ vor – und zeigte sich von der Kronacher Altstadt tief beeindruckt.
Das Signieren seiner Bücher brachte den Erfolgsautor seinem Publikum sehr nahe.


Kronach  —  „Tête-à-Tête“ heißt der vierzehnte Fall für „Bruno Chef de police“: Eine knisternde Stille herrschte im Historischen Rathaussaal der Lucas-Cranach-Stadt, als der bekannte Krimiautor Martin Walker aus seinem neuen Roman las. Dekan Markus Müller war an diesem Abend nicht nur Gastgeber, er führte auch durch den Abend und las den deutschen Part.

„Ich freue mich sehr, dass ich die wunderschöne Altstadt von Kronach besuchen konnte“, begrüßte der bekannte Autor die zahlreichen Gäste. „Eine so wunderschöne Altstadt ist selten.“ Und er war begeistert, in der Lucas-Cranach-Straße zu sein. Gerne und mit freundlichen Worten signierte er anschließend seine Bücher.

Frankreichs Küche begeistert ihn

Martin Walker, der allein in Deutschland 2,5 Millionen begeisterte Leserinnen und Leser hat, versteht es, in seinen Büchern auf blendende Weise spannende Kriminalgeschichten mit der Geschichte, Kultur und Kulinarik Frankreichs zu verbinden. Für die französischen Nachbarn und Freunde ist es dann schon ein starkes Stück, dass ein Schotte wie Walker eines der besten französischen Kochbücher schrieb. Wie es aussieht, wird es demnächst bei Kronachs Bürgermeisterin Angela Hofmann französische Küche geben – vielleicht verschenkt sie das Buch aber auch und lässt sich bekochen.

Im neuesten Buch hatte Jean-Jaques Jaliepau, Chefinspektor bei der Police Nationale in Périgueux, ausgerechnet bei seinem ersten Mordfall keinen Erfolg. Über dreißig Jahre ist es her, dass in einem Waldstück die Leiche eines jungen Mannes gefunden wurde. Bei einem Besuch im prähistorischen Museum ist Bruno begeistert über Rekonstruktionen, die Menschen lebendig erscheinen lassen. Er bittet eine Design-Studentin, auf Grundlage des Schädels des Opfers dessen Gesicht zu rekonstruieren.

Währenddessen stirbt in Mali ein Soldat, dessen DNA dem als „Oscar“ benannten Opfer zugeordnet werden kann. Dessen Halbschwester Sabine erinnert sich, dass ihre Mutter und deren beste Freundin einst zwei attraktive Männer namens Max und Henri kennenlernten. Aufgrund von Bildern steht bald fest, um wen es sich bei dem Toten handeln muss.

„Bruno Chef des police“ ist nicht nur ein leidenschaftlicher Koch, sondern auch ein begnadeter Tänzer. Auch hier gerät der Kriminalfall zeitweise in den Hintergrund, denn Bruno trifft sich zu gerne mit seinen Freunden. Und dann will lecker gekocht werden. Alle im Buch vorkommenden Rezepte stammen aus seinen Kochbüchern. Nebenbei wird Bruno bei Waldbränden zum genialen Helden.

Für Dekan Markus Müller war es die fünfte Begegnung mit Martin Walker und die zweite Lesung. Vor zehn Jahren lernte er den Erfolgsautor in Neustadt an der Aisch bei einer Lesung kennen. Jahre später kam er erneut zu einer Lesung mit anschließendem Essen. Als er schließlich in einem Urlaub am Strand den neuesten Walker-Krimi las, lud er ihn 2019 zu einer Lesung ins mittelfränkische Steinach ein. 2021 hörte Markus Müller bei einer Lesung in Neuendettelsau zu und jetzt lud er den bekannten Autor nach Kronach ein.

Hier wurde die Veranstaltung von der Evangelischen Erwachsenenbildung Oberfranken West, der Sparkasse Kulmbach-Kronach und dem Tourismus- und Veranstaltungsbetrieb der Stadt Kronach sowie von Anette und Michael Panhans von der Buchhandlung „Lesezeichen“ unterstützt.