Pressig  —  Der Gemeinderat des Marktes Pressig verabschiedet am Dienstag den Haushalt 2021. Außerdem befasst sich das Gremium mit dem Kampf gegen Hochwasserfluten.

Das Volumen des Gesamthaushalts beläuft sich auf 10 354 850 Euro. Gegenüber den Ansätzen des Vorjahres bedeutet dies eine Minderung um 106 200. 7 067 350 Euro entfallen auf den Verwaltungshaushalt und 3 287 500 Euro auf den Vermögenshaushalt. Im Vergleich zu den Vorjahresansätzen errechnet sich im Verwaltungshaushalt eine Erhöhung um 136 600 Euro. Das Volumen des Vermögenshaushalts vermindert sich in diesem Jahr um 242 800 Euro. Der Haushaltsausgleich erfolgt ohne Neuverschuldung, worüber sich Bürgermeister Stefan Heinlein ( CSU ) und Kämmerer und Geschäftsleiter Antonio Sauchella gemeinsam mit dem Ratsgremium sehr freuten .

Die Mindestzuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt wurde mit 433 300 Euro erreicht. Doch damit erwirtschaftet der Verwaltungshaushalt keinen Überschuss, der zur Finanzierung von Investitionen im Vermögenshaushalt herangezogen werden kann. Dennoch sprechen beide von einem soliden Haushalt. Das geplante Investitionsvolumen beträgt 2 584 200 Euro. Die Finanzierung dieser Ausgaben erfolgt unter anderem durch eine Kreditaufnahme von 430 000 Euro sowie eine Rücklagenentnahme in Höhe von 798 700 Euro.

Die Schwerpunkte der Investitionen 2021: Gerätewagen der Feuerwehr Pressig , zweiter Bauabschnitt Dorferneuerung Friedersdorf, Ausweichquartier Kindergarten Rothenkirchen, Neugestaltung Frauenhofer-Areal in Rothenkirchen, Abriss und Neugestaltung ehemaliges Gelände „Leiner-Bräu“ Förtschendorf, Neugestaltung Badstraße 69 am Naturbad Rothenkirchen, Reduzierung von Fremdwasser, Zubringer- Wasserleitung Eila. Eine Netto-Neuverschuldung wird es auch im Jahr 2021 nicht geben. Die Haushaltssatzung 2021 wie auch die Finanzplanung 2022 bis 2024 erhielten einstimmiges Votum.

„Wir sind bestrebt, für unsere Kinder eine bessere und nachhaltige Zukunft aufzubauen“, sagte Bürgermeister Stefan Heinlein zum Haushalt. Von der Modernisierung der Kinderspielplätze bis hin zum Neubau der Grundschule investiere man aus voller Überzeugung in die Zukunft. Er sprach von einem soliden und genehmigungsfähigen Haushalt ohne Schuldensteigerung.

Geschäftsleiter Antonio Sauchella verwies auf die wieder umfangreiche Liste an Maßnahmen. Dies habe verschiedene Gründe. Zum einen die steigenden Preise im Bausektor , längere Bearbeitungszeiten und Bindung von Zeit und Personal während der noch immer andauernden Pandemie. Sauchella: „Ich kann nur betonen, wie wichtig es ist, diesen Maßnahmenkatalog kontinuierlich abzubauen und dabei auf eine sparsame und nachhaltige Haushaltsführung zu achten. Nur so schaffen wir es, weitere wichtige und dringende Investitionen in Zukunft weiterhin zu tätigen.“

Zweiter Bürgermeister Wolfgang Förtsch ( SPD ) dankte im Namen aller Fraktionen für den soliden Haushalt 2021 in sehr schwieriger Zeit, in der man eine Maßnahme wegen steigender Preise kaum noch kalkulieren könne. Hinzu kämen Verzögerungen durch Materialknappheit. Das Gremium stimmte auch der Anschaffung von zwei Tragkraftspritzenanhängern für die Feuerwehren Posseck und Größau zu. Die Kosten für einen Anhänger belaufen sich auf rund 20 000 Euro, ein Zuschussantrag für circa 7400 Euro Fördermittel pro Anhänger läuft.

Weil es im Jahr 2016 ein Hochwasserereignis in Eila gab und nun die neuerlichen Flutkatastrophen in Deutschland aufhorchen ließen, präsentierte Matthias Köhler von der Köhler Ingenieurgesellschaft Bad Steben neue Ergebnisse der hydraulischen Überrechnungen rund um Eila, zumal hier in Kürze der Straßenbau durch den Ort und bis nach Pressig ansteht. „Wir haben es teils mit urbanen Sturzfluten zu tun, bei denen kleine Rinnsale zu reißenden Flüssen werden, die ganze Ortschaften überfluten, dagegen muss man mit anderen Konzepten vorgehen“, bestätigte Köhler. Reinhold Heinlein ( CSU ) regte an, Sofortmaßnahmen einzuleiten.