Veronika Schadeck

Kronach  —  Gute Stimmung herrschte am Dienstagabend bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kronach . Endlich konnte man nach Monaten wieder in größerer Runde zusammenkommen. Bei den Neuwahlen wurde Stefan Wicklein von 69 der 70 Wahlberechtigten in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt, Friedrich Schedel wurde nicht zuletzt wegen seiner 50-jährigen Tätigkeit als Kassier zum Ehrenmitglied ernannt und Walter Lieb wurde für 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt.

Stefan Wicklein und Kommandant Christian Büttner gingen in ihren Berichten auf die letzten zwei Jahre ein, da in 2020 wegen der Corona-Pandemie keine Versammlung stattfinden konnte.

Deutlich wurde an den Berichten der Führungsspitze, dass sowohl das Vereinsleben der Feuerwehr als auch die Übungen seit Ausbruch der Corona-Krise Anfang 2020 stark eingeschränkt waren. Deshalb appellierte Stefan Wicklein, für die „gute Sache“ der Feuerwehr zu werben.

Stolz war Wicklein, dass der Feuerwehrverein in das neue Feuerwehrhaus 78 255 Euro investiert hat, wie beispielsweise in EDV-Ausstattung, Zeltgarnituren, Kücheninventar.

Kommandant Christian Büttner sprach von insgesamt 367 Einsätzen in den Jahren 2019 und 2020, darunter 94 Brandeinsätze. Insgesamt wurden 7400 Einsatzstunden für Kronach und den Landkreis ehrenamtlich geleistet. Ende 2020 verfügte die Wehr über insgesamt 85 aktive Einsatzkräfte.

Die Höhepunkte im Jahr 2019, so Büttner, seien der Umzug der Feuerwehr von der Wache Oberen Stadt zur neuen Hauptfeuerwehrwache, der Tag der offenen Tür im neuen Gerätehaus, die Einweihung des HLF 20 gewesen. Und ein besonders freudiges Ereignis sei die Gründung der Kinderfeuerwehr, der „Löschminis“, im Mai 2019 gewesen. Der Andrang von Kindern sei gewaltig gewesen.

Büttner sprach aber auch von Herausforderungen während der Pandemie. Es galt zu verhindern, dass Teile der Mannschaft auseinanderbrechen, da die Einsatzbereitschaft aufrecht erhalten bleiben musste. Besprechungen seien meist „online“ durchgeführt worden.

Bei der Jugendfeuerwehr gibt es laut Büttner sieben Feuerwehranwärter. Und trotz Corona konnte die Zahl der aktiven Atemschutzgeräteträger von 41 im Jahre 2018 auf aktuell 45 ausgebaut werden konnte.

Im Sportbereich sei man vom Fußball in Richtung „Ganzkörperfitness“ gegangen. Christian Lieb habe dafür 2019 extra an einem Lehrgang zum „Feuerwehr-Sportassistenten“ teilgenommen. Durch spezielle Übungen soll nun die körperliche Fitness aller Feuerwehrdienstleistenden verbessert werden.

Letztendlich appellierten sowohl er als auch Vorsitzender Stefan Wicklein an die Mitglieder, sich nicht von einzelnen „Miesmachern“ die Freude am Ehrenamt kaputt machen zu lassen. Dabei erinnerte er an das Jahr 2019, als in anonymen Briefen und Anzeigen versucht worden sei, die Arbeit des Vorsitzenden in den Dreck zu ziehen (wir berichteten). Mittlerweile konnte belegt werden, dass alle Vorgänge lückenlos belegt, die Aktivitäten nach geltendem Recht erfolgen und keinerlei Verstöße begangen worden sind. Etwas Gutes habe das Ganze: „Wir können behaupten, wir haben die bestgeprüften Vereinsunterlagen im weiten Umkreis!“ Die weitere Stellvertreterin des Landrats, Edith Memel, dankte den Aktiven für ihre Zivilcourage. „Die Feuerwehr ist gut aufgestellt“, so Bürgermeisterin Angela Hofmann. Und: „Die Stadt unterstützt eure ehrenamtlichen Leistungen sehr gerne!“ Kreisbrandinspektor Joachim Ranzenberger dankte der Wehr, dass diese in der schwierigen Zeit der Corona-Pandemie den Schutz der Bevölkerung gewährleiste. Und der Leiter der Polizeiinspektion und Feuerwehrmann Matthias Schuhbäck, dankte für die gute Zusammenarbeit.