Druckartikel: Ausstellung zeigt „Shifting Molecules“ von Miriam Vlaming

Ausstellung zeigt „Shifting Molecules“ von Miriam Vlaming


Autor: Fränkischer Tag

Kronach, Mittwoch, 14. Januar 2026

Miriam Vlaming gehört zu den prägenden Künstlerinnen der Neuen Leipziger Schule.


Die Berliner Künstlerin Miriam Vlaming zählt zu den prägendsten Vertreterinnen der Neuen Leipziger Schule . Im Kronacher Kunstverein zeigt die international gefragte Malerin nun einen Ausschnitt ihres aktuellen Schaffens.

Vor mehr als 20 Jahren etablierte sich eine Kunstströmung, die der als „verstaubt“ geltenden gegenständlichen Malerei neues Leben einhauchte. Unter dem Label „Neue Leipziger Schule “ sorgte eine Gruppe junger Absolventinnen und Absolventen der Leipziger Akademie weltweit für Furore. In einer Zeit, die im Westen eher von Video- und Installationskunst dominiert wird, besinnen sich die jungen Künstlerinnen und Künstler in Leipzig darauf, die Realität mit malerischen Mitteln darzustellen – eine Sensation und der Beginn eines wahren „Hypes“.

Kunstwelt blickt auf Leipzig

An der Leipziger Hochschule lehrten die Professoren seit jeher, über alle Epochen und Moden hinweg, klassisches Porträt, Landschaftsmalerei, Interieur, Aktzeichnung, Kupferstich. Und so hatte sich in Leipzig bis in die Neuzeit etwas erhalten, das im Westen schon lange totgesagt war: die figurative Malerei. Und sie schafft es nun zur neuen Blüte.

Der Name Neue Leipziger Schule bleibt bei den Protagonisten selbst bis heute umstritten. Er sei, so die Kritik, mehr Marketinginstrument als kunstwissenschaftlicher Terminus. Als „Deutsches Malwunder“ feierten jedoch die Feuilletons das Phänomen Neue Leipziger Schule . Die sächsische Metropole wurde in den 2000er Jahren zum „hottest place on earth“, zum angesagtesten Ort der Welt, so jedenfalls beschreibt es die britische Tageszeitung „ The Guardian “. Man munkelt, sogar der amerikanische Schauspieler Brad Pitt sei in die Stadt gereist, um sich in der Leipziger Kunstszene umzusehen.

In dieser Zeit, als die Kunstwelt gebannt auf Leipzig blickt, Kunstsammler einfliegen und die internationale Presse die Szene in den höchsten Tönen lobt, genau da studiert die gebürtige Düsseldorferin Miriam Vlaming (geb. 1971) Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig – und zwar bei den Galionsfiguren der Neuen Leipziger Schule : Der internationale Künstlerstar Neo Rauch war ihr Lehrer. Später war sie Meisterschülerin von Professor Arno Rink, der als einer der Königsmacher der Neuen Leipziger Schule und ihrer figürlichen Malerei gilt, und der bereits Lehrer von Neo Rauch war.

Heute zählt Miriam Vlaming zu den prägendsten Vertreterinnen der Neuen Leipziger Schule . Sie hat es längst zu veritablem internationalen Ansehen gebracht. Ihre Arbeiten befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen. Werke von Miriam Vlaming sind im Rahmen bedeutender nationaler und internationaler Ausstellungen wie aktuell bei der Art SG Singapur zu sehen. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.

Traumähnliche Bilder

In ihren traumähnlichen Bildwelten vereint sie vermeintliche Gegensätze und lässt die Grenzen zwischen Mensch und Natur, Licht und Farbe, Vergangenheit und Gegenwart durchlässig werden. In einer Welt, die von Beschleunigung und Gegensätzen geprägt ist, sucht Miriam Vlaming nach den verbindenden Kräften. Mit einem ganzheitlichen Verständnis des Daseins sieht sie alles Leben als miteinander verwoben: ein untrennbares Ganzes, in dem jedes Element Teil des anderen ist.

Pigmente – die kleinsten farblichen Bausteine – bilden für sie den Ursprung des Bildes. Für ihre großformatigen Werke verwendet Miriam Vlaming reines Pigment, einen der ältesten Farbstoffe der Menschheit. In Kombination mit Eitempera entstehen vielschichtige Ober-flächen, die zwischen Transparenz und Tiefe oszillieren und den Blick in eine andere Realität öffnen.

Wie Erinnerungen und Erfahrungen, die sich im Menschen ablagern, trägt auch Vlaming Schicht um Schicht auf. Nichts wird ausgelöscht – alles bleibt Teil des Werdens. So entstehen Bilder, die immer weiter erzählen, sich fortsetzen, verändern und dennoch in sich ruhen.

Dem Kronacher Kunstverein ist es gelungen, die international gefragte Künstlerin zu gewinnen. Mit ihr eröffnet der Kunstverein seinen diesjährigen Ausstellungsreigen. Unter dem Titel „Shifting Molecules“ zeigt Miriam Vlaming im Kronacher Kunstverein mehr als 20 aktuelle, teils großformatige Arbeiten.

Vernissage

Die Ausstellung ist vom 18. Januar bis zum 22. Februar in der Galerie des Kronacher Kunstvereins in der Siechenangerstraße 13 zu sehen. Die Vernissage findet am Sonntag, 18. Januar, um 11 Uhr statt. Die Künstlerin ist bei der Vernissage anwesend und wird im Rahmen eines Gesprächs mit der Vorsitzenden des Kronacher Kunstvereins, Sabine Raithel, Einblicke in ihre Arbeit geben. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Bernd Schellhorn am Klavier. Der Eintritt ist frei. Mehr Informationen gibt es unter kunstverein-kronach.de. red