Susanne Deuerling

Der gemeindliche Friedhof stand im Fokus der jüngsten Gemeinderatsitzung. Eine Gruppe namens „ad-hoc“ hatte unter anderem reklamiert, dass der Bauhof zu wenig Zeit für die Reinigung der Anlage investiert und die Container nicht geleert werden. Der Friedhofsbeauftragte Stefan Wunder soll sich nun um die Eingaben kümmern.

Wunsch der Gruppe war auch, häufiger zu kontrollieren, dass bei den Urnengräbern keine Gestecke abgelegt werden. Bei den Freiflächen sollten mehr blühende Pflanzen oder Bodendecker, alternativ auch Kräuter ausgesät werden. Gerade am Hang oder als Hecke wäre das ideal. Hier sollen sich die Biodiversitätsbeauftragten mit einbringen.

Was passiert mit der Mauer?

Die Grabsteinprüfung erfolgt durch den Bauhof, die Besitzer lockerer Grabsteine werden informiert und um Abhilfe gebeten. Eine große Herausforderung ist die Friedhofsmauer. Wegen der hohen Kosten ist die Gruppe gegen eine Sanierung, stattdessen könnte sich eine Neugestaltung mit Natursteinen und Schiefer anbieten.

Außerdem, so die Forderung, müsse die Friedhofssatzung erneuert werden. Die Arbeitsgruppe wird sich Mitte Februar wieder treffen, um Ideen umzusetzen oder einen Zeitrahmen festzulegen.

Die Gütegemeinschaft Friedhof mit ihrem Vorsitzenden Hubert Schmitt hat sich mit dem Friedhof in Nordhalben befasst und ein Konzept entwickelt, wie es weitergehen könnte. Zuerst sollten die vorhandenen Strukturen erfasst und dann eine Prognose erstellt werden, wo man eigentlich hinwolle.

Eine der vielen Ideen ist, den Weg zur Kapelle mit einer wasserdurchlässigen Decke und Randbegrenzungen zu versehen. Vorstellbar sei auch eine Reihe von nebeneinander gebauten und belüfteten Betongrabkammern, in die sowohl Särge als auch Urnen gelegt werden können. Außerdem schlug man eine Neufassung der Satzung vor.

In der Diskussion meinte Horst Wolf gen. Schmidt (FW), dass eine Neustrukturierung der Satzung den Rahmen der Gemeinderatsitzung sprenge würde und die Fraktionen Vorschläge erarbeiten sollten. Dies befürwortete Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW).

Michael Wunder ( CSU ) meinte, dass man das gesamte Gebiet Stück für Stück im Einklang mit der Natur verschönern sollte. Die könnte eventuell in die Stadtumbauförderung eingebunden werden.

Manfred Köstner ( CSU ) betonte, dass die Werbung, die die Steinmetze an die Grabsteine anbringen, nicht schön sei und in Zukunft wegbleiben sollte. Außerdem wäre es sinnvoll, die Zeit der Grabnutzung von 20 auf zehn oder 15 Jahre zu reduzieren. Auch FW-Fraktionsvorsitzender Bernd Daum liegt der Friedhof sehr am Herzen. Er meinte, Vorschläge zum Verschönern und zur Satzung sollten aus dem Gemeinderat kommen. Es gebe hier viel zu tun. Unmut herrsche zum Beispiel über den Winterdienst, der schöne Bepflanzungen einfach mit Schnee zuschiebe.

Sozialer Treffpunkt

Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) meinte abschließend, dass es wichtig sei, konkrete Vorschläge aus dem Gremium zu bekommen und dann gemeinsam umzusetzen. Dies beziehe sich sowohl auf die Satzung als auch auf das praktische Vorgehen. Die angesprochenen Betongrabkammern hätten den Vorteil, dass mit ihnen der Hang gestützt werde.

Pöhnlein nannte den Friedhof aber auch einen sozialen Treffpunkt. Daher sollten hier noch einige Sitzgelegenheiten auf den Freiflächen geschaffen werden.